{"id":1480,"date":"2024-02-02T09:38:00","date_gmt":"2024-02-02T09:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gug.uharek.com\/?p=1480"},"modified":"2026-03-01T09:41:10","modified_gmt":"2026-03-01T09:41:10","slug":"falstaff-am-opernhaus-kiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gug.uharek.com\/?p=1480","title":{"rendered":"Falstaff am Opernhaus Kiel"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00fcr Falstaff nahm sich Verdi einmal mehr ein Werk Shakespeares zur Vorlage. Nach den direkten Adaptionen \u201eMacbeth\u201c und \u201eOtello\u201c folgte nun eine Oper, die vergleichsweise lose auf \u201eDie lustigen Weiber von Windsor\u201c basiert und vor allem auch Szenen aus den ebenfalls von Shakespeare stammenden Werken \u201eHeinrich IV.\u201c Teil 1 und Teil 2&nbsp;einbezieht. So ist auch die Titelfigur, Sir John Falstaff (in Kiel verk\u00f6rpert von Stefano Meo), Shakespeare-Fans bereits aus Heinrich IV. bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Falstaff ist ein alternder, inzwischen aus der Zeit \u2013 wir befinden uns im Windsor des 16. Jahrhunderts \u2013 gefallener Ritter, der gemeinsam mit den Dienern Bardolfo (Konrad Furian) und Pistola (Matteo Maria Ferretti) im Gasthof zum Hosenband abgestiegen ist und den zu Beginn der Oper finanziell der Schuh dr\u00fcckt. Sein Plan, um diesen Missstand zu beheben, ist es, gleich zwei Damen, Alice Ford (Agnieszka Hauzer) und Meg Page (Ks. Heike Wittlieb), zu verf\u00fchren. Die Anbahnung unternimmt Falstaff mit zwei Briefen an Ford und Page \u2013 exakt identischen Wortlauts.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Damen jedoch sind miteinander befreundet, lesen einander die schmeichelnden Briefe vor und sind emp\u00f6rt dar\u00fcber, dass Falstaff sich erstens \u00fcberhaupt und dann auch noch an beide gleichzeitig heranmacht und sich dabei nicht einmal die M\u00fche macht, individuelle Briefe zu verfassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kielerleben.de\/media\/kielerleben\/styles\/tec_frontend_large\/public\/images\/media\/editors\/2023_50\/presse_falstaff_15.jpg?itok=po0Em9d_\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Bild: Olaf Struck, Theater Kiel)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit ihrer Freundin Mrs. Quickly (Tatia Jibladze) und Alice Fords Tochter Nannetta (Xenia Cumento) schmieden die Damen ihrerseits einen Plan, um Falstaff eine Lehre zu erteilen. Das gelingt gleich doppelt und so l\u00f6st sich zum Ende der Oper (fast) alles in Wohlgefallen auf: Alices und Megs&nbsp;Vorhaben funktioniert, ganz nebenbei wird Alices Gatte (Samuel Chan) noch von seiner Eifersucht kuriert und Nannetta muss nicht l\u00e4nger, wie von ihrem Vater vorgesehen, Dr. Cajus (Michael M\u00fcller-Kasztelan) heiraten, sondern darf mit Fenton (Francesco Lucii) zusammen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einem gesanglich einmal mehr herausragend gut bestellten Ensemble stachen Stefano Meo und Xenia Cumento besonders hervor, wobei ersterer zus\u00e4tzlich auch noch mit seiner schauspielerischen Leistung zu gl\u00e4nzen vermochte.<\/p>\n\n\n\n<p>Francesco Cilluffo leitete das Philharmonische Orchester meisterhaft durch einen Abend, der musikalisch manche T\u00fccken bereith\u00e4lt, gerade in den chaotischen Szenen des St\u00fccks.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kielerleben.de\/media\/kielerleben\/styles\/tec_frontend_large\/public\/images\/media\/editors\/2023_50\/presse_falstaff_09.jpg?itok=JNY8vdtx\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Bild: Olaf Struck, Theater Kiel)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zu den Held:innen des Abends z\u00e4hlen dar\u00fcber hinaus in jedem Fall Luise Kautz (Regie), Valentin Mattka (B\u00fchne) sowie Julia Schnittger (Kost\u00fcme). Denn diese Falstaff-Inszenierung wird nicht zuletzt wegen der teils exzentrischen Kleidung, die die Handlung und Figuren perfekt in Szene setzt, und der gro\u00dfen Dynamik in B\u00fchnenbild und allgemeinem B\u00fchnengeschehen im Ged\u00e4chtnis bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>All das zusammen macht den Kieler \u201eFalstaff\u201c \u00fcbrigens auch zu einer guten Oper f\u00fcr Anf\u00e4nger:innen. Die Musik ist unterhaltsam, die Story kurzweilig, die Figuren interessant \u2013 und wer genau aufpasst, kann eine ganze Reihe italienischer Schimpfw\u00f6rter aufschnappen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00fcr Falstaff nahm sich Verdi einmal mehr ein Werk Shakespeares zur Vorlage. Nach den direkten Adaptionen \u201eMacbeth\u201c und \u201eOtello\u201c folgte nun eine Oper, die vergleichsweise lose auf \u201eDie lustigen Weiber von Windsor\u201c basiert und vor allem auch Szenen aus den ebenfalls von Shakespeare stammenden Werken \u201eHeinrich IV.\u201c Teil 1 und Teil 2&nbsp;einbezieht. So ist auch die Titelfigur, Sir John Falstaff (in Kiel verk\u00f6rpert von Stefano Meo), Shakespeare-Fans bereits aus Heinrich IV. bekannt. Falstaff ist ein alternder, inzwischen aus der Zeit \u2013 wir befinden uns im Windsor des 16. Jahrhunderts \u2013 gefallener Ritter, der gemeinsam mit den Dienern Bardolfo (Konrad Furian) und Pistola (Matteo Maria Ferretti) im Gasthof zum Hosenband abgestiegen ist und den zu Beginn der Oper finanziell der Schuh dr\u00fcckt. Sein Plan, um diesen Missstand zu beheben, ist es, gleich zwei Damen, Alice Ford (Agnieszka Hauzer) und Meg Page (Ks. Heike Wittlieb), zu verf\u00fchren. Die Anbahnung unternimmt Falstaff mit zwei Briefen an Ford und Page \u2013 exakt identischen Wortlauts. Die beiden Damen jedoch sind miteinander befreundet, lesen einander die schmeichelnden Briefe vor und sind emp\u00f6rt dar\u00fcber, dass Falstaff sich erstens \u00fcberhaupt und dann auch noch an beide gleichzeitig heranmacht und sich dabei nicht einmal die M\u00fche macht, individuelle Briefe zu verfassen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Mrs. Quickly (Tatia Jibladze) und Alice Fords Tochter Nannetta (Xenia Cumento) schmieden die Damen ihrerseits einen Plan, um Falstaff eine Lehre zu erteilen. Das gelingt gleich doppelt und so l\u00f6st sich zum Ende der Oper (fast) alles in Wohlgefallen auf: Alices und Megs&nbsp;Vorhaben funktioniert, ganz nebenbei wird Alices Gatte (Samuel Chan) noch von seiner Eifersucht kuriert und Nannetta muss nicht l\u00e4nger, wie von ihrem Vater vorgesehen, Dr. Cajus (Michael M\u00fcller-Kasztelan) heiraten, sondern darf mit Fenton (Francesco Lucii) zusammen sein. 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