{"id":782,"date":"2022-10-22T05:07:03","date_gmt":"2022-10-22T05:07:03","guid":{"rendered":"https:\/\/gug.uharek.com\/?p=782"},"modified":"2022-11-06T05:10:25","modified_gmt":"2022-11-06T05:10:25","slug":"hot-potsdam-jean-paul-sartre-die-schmutzigen-haende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gug.uharek.com\/?p=782","title":{"rendered":"HOT Potsdam. Jean-Paul Sartre: Die schmutzigen H\u00e4nde."},"content":{"rendered":"\n<p>Jean-Paul Sartres St\u00fcck \u201eDie schmutzigen H\u00e4nde\u201c ist wie ein Agententhriller gebaut. Urspr\u00fcnglich war es f\u00fcr den Broadway geplant. In Potsdam entdeckt Regisseur Christoph Mehler nun die Groteske im Drama. Nehle Balkhausen hat die B\u00fchne f\u00fcr die Inszenierung entworfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sartres \u201eDie schmutzigen H\u00e4nde\u201c kommt als Agententhriller daher und tr\u00e4gt zugleich Z\u00fcge einer Farce \u2013 Regisseur Christoph Mehler hat es auch als \u201eExistenzialisten-Comic\u201c bezeichnet. Wie empfindest du das St\u00fcck?<\/strong><br \/><strong>Nehle Balkhausen<\/strong>: Schon beim gemeinsamen Lesen des Textes haben wir gemerkt, dass es ein gewisses Tempo und eine starke Dynamik braucht, um einen reizvollen Umgang damit zu finden. Das hat bei mir unter anderem so eine tarantinohafte Fantasie ausgel\u00f6st. Uns schwebte eine starke \u00dcberzeichnung vor, die sich w\u00e4hrend des Probenprozesses best\u00e4tigt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie hast du dich als B\u00fchnenbildnerin diesem Stoff angen\u00e4hert?<\/strong><br \/>Ich habe mich nat\u00fcrlich mit der Philosophie des Existenzialismus besch\u00e4ftigt, aus der heraus Sartre das St\u00fcck geschrieben hat. Die Erkenntnis \u2013 oder vielleicht auch der Fluch \u2013 der eigenen Freiheit, die Verantwortung f\u00fcr das eigene Handeln, dieser Punkt, dass man im Grunde immer eine Wahl hat in den Entscheidungen, die man f\u00fcr sich trifft, macht ja erstmal etwas Gro\u00dfes auf: Alles ist m\u00f6glich. Die B\u00fchne verh\u00e4lt sich dazu wie eine Gegenbewegung: Es ist ein sehr geschlossener, dr\u00fcckender, fast klaustrophobischer Raum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wof\u00fcr steht diese B\u00fchne?<\/strong><br \/>Sie ist Machtraum und zugleich Hinterzimmer, dessen Dimension die Figuren wie unter eine Lupe nimmt. Sie sind ja die ganze Zeit in einer Art Kampf, mit sich selbst und ihrer Umwelt. Die Gr\u00f6\u00dfe und Leere dieses Raumes stellt diesen Kampf aus. Durch die Verwendung riesiger Mengen von Folie, die den gesamten Raum von innen bedeckt, ist die philosophische Frage nach der Essenz der Dinge und dem, was dahinter liegt, auch haptisch gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das St\u00fcck ist in den sp\u00e4ten vierziger Jahren entstanden. Ist der Raum, den du entworfen hast, historisch oder zeitlos?<\/strong><br \/>Ich w\u00fcrde sagen, er ist zeitlos. Ich habe versucht, eine eigene Art von \u00c4sthetik zu entwickeln. Es gibt zwar einen Teppichboden, drei St\u00fchle, einen Tisch, eine T\u00fcr und einen Kamin. Das h\u00f6rt sich sehr naturalistisch an, ist aber extrem reduziert. Die M\u00f6bel sind alle verpackt. Dieser Raum hat fast einen futuristischen Ansatz. Eine zeitliche Einordnung ist gar nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit dem Regisseur Christoph Mehler arbeitest du seit 2007 zusammen. Was verbindet euch beide?<\/strong><br \/>Wir haben gemeinsam am Deutschen Theater Berlin begonnen, Theater zu machen. Dadurch, dass wir so jung waren, haben wir eine sch\u00f6ne Art und Weise entwickelt, offen und frei miteinander zu diskutieren. Christoph ist jemand, der mit unheimlich viel Energie in die Arbeit reingeht und begeistern kann. Das sch\u00e4tze ich sehr an ihm.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Interview: Bj\u00f6rn Achenbach<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>erschienen in: ZUGABE 03-2022<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">GEBOREN, UM FREI ZU SEIN<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00dcber Sartre und den Existenzialismus<\/p>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.hansottotheater.de\/content-images\/image1080\/f23e2888d06ae03ec5da78c2047bdf71\/6197\/sartre_beauvoir_vian_et_sa_femme_paris_zigzag_e1522146977712.jpg\" alt=\"\"\/><\/p>\n\n\n\n<p>Raus ins Leben: Jean-Paul Sartre (l.), Partnerin Simone de Beauvoir (r.)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVon unserer Zeit wollen wir nichts vers\u00e4umen: vielleicht gibt es sch\u00f6nere Zeiten, aber dies ist unsere Zeit\u201c, schreibt der franz\u00f6sische Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre im Oktober 1945. Obwohl der Zweite Weltkrieg gerade den Glauben an die Werte der Humanit\u00e4t in eine tiefe Krise gest\u00fcrzt hat, erstarren Sartre und seine Freunde nicht in Resignation, sondern begr\u00fcnden \u2013 im Gegenteil \u2013 eine philosophische Bewegung, die von einer ungeheuren Aufbruchsenergie getragen ist: Sie nennt sich Existenzialismus und will eine Philosophie f\u00fcr das Leben sein. Ihr k\u00fchner, provokativer Grundgedanke: Der Mensch ist Freiheit!<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein Gedanke, der schwindlig machen kann \u2013 wie ein Abgrund: Alle St\u00fctzpfeiler, die Halt und Orientierung geben \u2013 Werte, Traditionen, Herkunft, Identit\u00e4t \u2013 sind in dieser Weltsicht niedergerissen. Nichts ist festgelegt. Mit jeder Entscheidung, mit jeder Handlung k\u00f6nnen wir bestimmen, wer wir sind, wer wir sein wollen. Sartre h\u00e4lt es f\u00fcr unaufrichtig zu behaupten, wir seien blo\u00dfe Produkte unserer Gene, Klasse, Geschichte, Nation, Familie, Triebe. Das seien nur Ausreden, mit denen wir die Verantwortung f\u00fcr unser Leben wegschieben. Seine Philosophie ist eine Zumutung, im positiven Sinne. Aus ihr spricht ein gro\u00dfes Zutrauen in die M\u00f6glichkeiten des Menschseins. Selbst im Krieg, im Gef\u00e4ngnis, in schwerer Krankheit, sogar im Tod kann uns die Freiheit nicht genommen werden. Wir k\u00f6nnen entscheiden, wie wir diesen Situationen begegnen. \u201eNie sind wir freier gewesen als unter deutscher Besatzung\u201c, lautet eine paradox anmutende Formulierung Sartres.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Paris der 1940er Jahre \u00fcbersetzten die jungen Existenzialisten diesen Freiheitsgedanken in konkrete Praxis, in eine Explosion von Lebensenergie. Ihr Gestus war durch und durch antib\u00fcrgerlich. Es ging darum, Konventionen und Verkrustungen aufzubrechen. Es ging um lange N\u00e4chte in Jazzclubs. Es ging um Trinken, Rauchen, Kunst, Sex, Literatur, Tanzen, gro\u00dfe Fragen, coole Filme, freie Liebe. Und es ging darum, die Welt zu verbessern. F\u00fcr Gerechtigkeit einzustehen. Denn die Existenzialisten waren keine spa\u00dfgetriebenen Partypeople, die sich selbstverliebt um den eigenen Bauchnabel drehten. Auch keine erfolgsversessenen Selbstverwirklicher im Sinne des Neoliberalismus. In Sartres Philosophie wird das Ich erst ein Ich, wenn es sich zu einem Gegen\u00fcber in Beziehung setzt, wenn es bereit ist, Verantwortung zu \u00fcbernehmen f\u00fcr die anderen, f\u00fcr die Mitwelt. So pr\u00e4gte Sartre den Begriff der engagierten Literatur, setzte sich ein f\u00fcr die Unterdr\u00fcckten, Ausgebeuteten und Entrechteten, k\u00e4mpfte gegen Rassismus, Kolonialismus und den Vietnamkrieg. Dabei waren seine Ideen keine dogmatischen Gedankengeb\u00e4ude, sondern immer nur vorl\u00e4ufig und offen f\u00fcr Korrekturen. N\u00e4chtelang diskutierten die jungen Existenzialisten in verrauchten Jazzclubs \u00fcber Politik, Revolution und Kommunismus. Ihre aufregenden Debatten finden einen Niederschlag in Sartres Drama \u201eDie schmutzigen H\u00e4nde\u201c. Im St\u00fcck wird intensiv um das Verh\u00e4ltnis von gro\u00dfen Weltverbesserungsidealen und der Notwendigkeit von realpolitischen Kompromissen gerungen. Dabei kommt es zu einem aberwitzigen Tanz auf Messers Schneide zwischen Komik und Existenzialismus, Spiel und Ernst, Liebe und Politik, Sex und Macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Jean-Paul Sartre und seine Partnerin Simone de Beauvoir hatten in den 40er Jahren keine feste Wohnung, sondern schliefen in oftmals unbeheizten Hotelzimmern. Die meiste Zeit arbeiteten und verbrachten sie in den trubeligen Caf\u00e9s \u2013 dort war es geselliger, interessanter, lebendiger und w\u00e4rmer. Rausgehen, aus den Umst\u00e4nden das Beste machen, sich im Provisorischen einrichten, in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen Begegnungen suchen, statt sich in den behaglichen Kokon des Privaten zur\u00fcckziehen \u2013 all das kennzeichnete den subversiv-exzessiven Lebensstil der Existenzialisten. Ihre Bereitschaft, entschlossen auf das Leben zuzugehen, wie es sich jeweils zeigt, Verantwortung zu \u00fcbernehmen f\u00fcr das eigene Schicksal und die Mitmenschen, anstatt zu jammern und sich in der Opferrolle einzurichten \u2013 diese ermutigende Haltung k\u00f6nnte uns gut tun in den gegenw\u00e4rtigen krisenbewegten Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christopher Hanf<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>erschienen in: ZUGABE 03-2022<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&#8222;EINE VERZWEIFELTE, ABSURDE KOMIK&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p>Regisseur Christoph Mehler im Gespr\u00e4ch<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Publikum geht mit Hugo durchs St\u00fcck. Wie siehst du diese Figur?<\/strong><br \/><strong>Christoph Mehler:&nbsp;<\/strong>Was Hugo antreibt, ist nicht zuletzt seine privilegierte b\u00fcrgerliche Herkunft, die Rebellion gegen sein wohlhabendes Elternhaus. Gegen\u00fcber den Unterprivilegierten empfindet er eine Art Schuldkomplex: dass er \u2013 anders als sie \u2013 keinen Hunger leiden musste. Er will dazugeh\u00f6ren zu den Arbeitern und so Anerkennung erfahren. Dabei entwickelt er einen verbohrten, dogmatischen Idealismus, der ihn zu Gewalttaten, ja zum Mord anstachelt. Andererseits ist er in seinem Herzen kein kalter Killer und eigentlich zu weich f\u00fcr die Welt der Partisanen, Funktion\u00e4re und Parteisoldaten, in die er sich begeben hat. So f\u00e4llt es ihm, wie Shakespeares Hamlet, extrem schwer, den Mord auszuf\u00fchren, zu dem er sich verpflichtet f\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist der Realpolitiker Hoederer der positive Held im St\u00fcck?<\/strong><br \/>Positiv an ihm erscheint, dass er kein starrk\u00f6pfiger Ideologe ist, der \u00fcber Leichen geht, sondern begriffen hat, dass die Wirklichkeit komplex ist und man das absolut Gute auf dieser Welt nicht erreichen kann. Er konzentriert sich auf das Machbare und verfolgt eine Kompromissstrategie. Aber er ist kein Held. Hoederer hat die Tendenz, sich selbstgef\u00e4llig in seiner Machtposition einzurichten. Er besitzt eine charismatische Pers\u00f6nlichkeit, die ihn aber anf\u00e4llig f\u00fcr Eitelkeit macht. Dabei steht er in der Gefahr, seine Ideale, f\u00fcr die er urspr\u00fcnglich angetreten ist, aus dem Blick zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und was ist mit Hugos Frau Jessica?<\/strong><br \/>Sie macht vielleicht die gr\u00f6\u00dfte Entwicklung im St\u00fcck durch. Anfangs begegnet sie allem mit einer wilden, fast kindlichen Spiellust. Es f\u00e4llt ihr schwer, irgendetwas ernst zu nehmen. Sie beginnt aber zu verstehen, dass die Regeln dieses Spiels falsch sind, besonders diejenigen, die von den traditionellen, machom\u00e4\u00dfigen Bildern der M\u00e4nnlichkeit bestimmt werden, von Krieg, Gewalt, Macht und Herrschaft. In einem Akt der Emanzipation befreit sie sich von diesen Regeln. Zugleich ist Jessica auch eine egoistische Figur: Sie nimmt sich, was sie will, ohne R\u00fccksicht auf Konventionen. Au\u00dferdem bringt sie eine erotische Komponente ins Spiel. Sartre ist so klug zu wissen, dass Liebe und Sex ein mindestens genauso starker Antriebsmotor von Menschen sind wie ihr politischer Kampf um Ideale und Macht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Inszenierung arbeitet mit Mitteln der \u00dcberh\u00f6hung, Zuspitzung, Groteske und Komik. Warum?<\/strong><br \/>Die Figuren k\u00e4mpfen mit gro\u00dfer Anstrengung darum, das Richtige zu tun. Dabei treffen sie andauernd auf alle m\u00f6glichen Widerst\u00e4nde und scheitern an sich selbst. Darin liegt eine verzweifelte, absurde Komik. Sartre war ja ein gro\u00dfer Fan von Charlie Chaplin und Buster Keaton, bei denen diese Komik auch vorkommt. Das Ende des St\u00fccks wirkt wie ein b\u00f6ser Witz, wenn der Mord, um den so lange so intensiv gerungen wird, pl\u00f6tzlich komplett sinnlos erscheint. Au\u00dferdem gibt es viele bewusst komische Dialoge und Slapstick-Nummern. Es geht Sartre auch darum, sein Publikum gut und offensiv zu unterhalten. Daneben hat das St\u00fcck insgesamt den Charakter einer zugespitzten Versuchsanordnung. Immer wieder sagen die Figuren, alles sei nur ein Spiel, eine Farce, eine Kom\u00f6die inmitten von Kulissen. Insofern zielt das St\u00fcck nicht auf realistisch-psychologisches Einf\u00fchlungstheater, sondern arbeitet bewusst mit Mitteln der Verfremdung. Wir sollen uns nicht sentimental mit den Figuren identifizieren \u2013 bei Brecht hei\u00dft es: \u201eGlotzt nicht so romantisch!\u201c \u2013 sondern im besten Fall gr\u00f6\u00dfere existenzielle wie politische Strukturen erkennen; dazu k\u00f6nnen die Mittel der \u00dcberzeichnung beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das St\u00fcck stammt aus dem Jahr 1948. Inwiefern ist es relevant f\u00fcr unsere Gegenwart?<\/strong><br \/>Durch den aktuellen Krieg und den sich versch\u00e4rfenden Kampf um die richtige Weltordnung hat es nochmal an Brisanz gewonnen. Aber wir erleben ja auch sonst \u00fcberall Verh\u00e4rtungen, Verbitterung, ideologische Verkrampfungen, Polarisierungen und neue Frontstellungen. Das St\u00fcck aber ist ein Pl\u00e4doyer gegen starren Dogmatismus, gegen das Denken in Schablonen und f\u00fcr einen spielerischen, leichteren, lustvollen, fragenden, neugierigen, beweglichen, offenherzigen Umgang mit der Wirklichkeit, ohne dass es die dringlichen politischen Fragen verdr\u00e4ngen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Interview: Christopher Hanf<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jean-Paul Sartres St\u00fcck \u201eDie schmutzigen H\u00e4nde\u201c ist wie ein Agententhriller gebaut. Urspr\u00fcnglich war es f\u00fcr den Broadway geplant. In Potsdam entdeckt Regisseur Christoph Mehler nun die Groteske im Drama. Nehle Balkhausen hat die B\u00fchne f\u00fcr die Inszenierung entworfen. Sartres \u201eDie schmutzigen H\u00e4nde\u201c kommt als Agententhriller daher und tr\u00e4gt zugleich Z\u00fcge einer Farce \u2013 Regisseur Christoph Mehler hat es auch als \u201eExistenzialisten-Comic\u201c bezeichnet. Wie empfindest du das St\u00fcck?Nehle Balkhausen: Schon beim gemeinsamen Lesen des Textes haben wir gemerkt, dass es ein gewisses Tempo und eine starke Dynamik braucht, um einen reizvollen Umgang damit zu finden. Das hat bei mir unter anderem so eine tarantinohafte Fantasie ausgel\u00f6st. Uns schwebte eine starke \u00dcberzeichnung vor, die sich w\u00e4hrend des Probenprozesses best\u00e4tigt hat. Wie hast du dich als B\u00fchnenbildnerin diesem Stoff angen\u00e4hert?Ich habe mich nat\u00fcrlich mit der Philosophie des Existenzialismus besch\u00e4ftigt, aus der heraus Sartre das St\u00fcck geschrieben hat. Die Erkenntnis \u2013 oder vielleicht auch der Fluch \u2013 der eigenen Freiheit, die Verantwortung f\u00fcr das eigene Handeln, dieser Punkt, dass man im Grunde immer eine Wahl hat in den Entscheidungen, die man f\u00fcr sich trifft, macht ja erstmal etwas Gro\u00dfes auf: Alles ist m\u00f6glich. Die B\u00fchne verh\u00e4lt sich dazu wie eine Gegenbewegung: Es ist ein sehr geschlossener, dr\u00fcckender, fast klaustrophobischer Raum. Wof\u00fcr steht diese B\u00fchne?Sie ist Machtraum und zugleich Hinterzimmer, dessen Dimension die Figuren wie unter eine Lupe nimmt. Sie sind ja die ganze Zeit in einer Art Kampf, mit sich selbst und ihrer Umwelt. Die Gr\u00f6\u00dfe und Leere dieses Raumes stellt diesen Kampf aus. Durch die Verwendung riesiger Mengen von Folie, die den gesamten Raum von innen bedeckt, ist die philosophische Frage nach der Essenz der Dinge und dem, was dahinter liegt, auch haptisch gestellt. 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