Jean-Paul Sartres Stück „Die schmutzigen Hände“ ist wie ein Agententhriller gebaut. Ursprünglich war es für den Broadway geplant. In Potsdam entdeckt Regisseur Christoph Mehler nun die Groteske im Drama. Nehle Balkhausen hat die Bühne für die Inszenierung entworfen.
Sartres „Die schmutzigen Hände“ kommt als Agententhriller daher und trägt zugleich Züge einer Farce – Regisseur Christoph Mehler hat es auch als „Existenzialisten-Comic“ bezeichnet. Wie empfindest du das Stück?Nehle Balkhausen: Schon beim gemeinsamen Lesen des Textes haben wir gemerkt, dass es ein gewisses Tempo und eine starke Dynamik braucht, um einen reizvollen Umgang damit zu finden. Das hat bei mir unter anderem so eine tarantinohafte Fantasie ausgelöst. Uns schwebte eine starke Überzeichnung vor, die sich während des Probenprozesses bestätigt hat.
Wie hast du dich als Bühnenbildnerin diesem Stoff angenähert?Ich habe mich natürlich mit der Philosophie des Existenzialismus beschäftigt, aus der heraus Sartre das Stück geschrieben hat. Die Erkenntnis – oder vielleicht auch der Fluch – der eigenen Freiheit, die Verantwortung für das eigene Handeln, dieser Punkt, dass man im Grunde immer eine Wahl hat in den Entscheidungen, die man für sich trifft, macht ja erstmal etwas Großes auf: Alles ist möglich. Die Bühne verhält sich dazu wie eine Gegenbewegung: Es ist ein sehr geschlossener, drückender, fast klaustrophobischer Raum.
Wofür steht diese Bühne?Sie ist Machtraum und zugleich Hinterzimmer, dessen Dimension die Figuren wie unter eine Lupe nimmt. Sie sind ja die ganze Zeit in einer Art Kampf, mit sich selbst und ihrer Umwelt. Die Größe und Leere dieses Raumes stellt diesen Kampf aus. Durch die Verwendung riesiger Mengen von Folie, die den gesamten Raum von innen bedeckt, ist die philosophische Frage nach der Essenz der Dinge und dem, was dahinter liegt, auch haptisch gestellt.
Das Stück ist in den späten vierziger […]