Heuer/Degen in der Volksbühne Berlin

von |November 26th, 2016|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Heuer/Degen in der Volksbühne Berlin|

Horst Evers im Mehringhof Theater

Hinterher hat Man’s Meist Vorher Gewußt

Was immer warum, weshalb, wodurch und wann auch irgendwie, irgendwo passiert ist. Einige der Freunde von Horst Evers haben es stets schon lange vorher gewusst. Schon immer eigentlich. Egal, wie überraschend ein Ereignis auch eingetreten ist, der Kommentar der Freunde beschränkt sich in der Regel auf ein souveränes: „Das war doch klar.“ Ob NSA, Lebensmittelskandale oder auch wirklich erstaunliche und umfangreiche private Katastrophen. Die Freunde haben’s immer schon vorher gewusst. Das aber natürlich erst, nachdem es passiert ist.

Es gibt eigentlich nicht viel zu bereden über das neue Programm von Horst Evers. Er erzählt Geschichten. Liest, ruft, dröhnt, zischt und wummert sie heraus, dass es nur so eine Art hat. Die Leute lachen sehr, sehr viel, und selbst wenn er mit großer Freude ein Lied ganz ohne Musik singt, nimmt ihm das keiner krumm. Ganz im Gegenteil sogar. Es ist sehr viel drin in diesem Abend, wie immer verpackt in vielen kleinen, harmlos beginnenden Geschichten. Vor allem aber ist es ein grandioser Spaß. Für das Publikum, genauso wie für Horst Evers selbst.

Aber damit man das hinterher eigentlich auch meist schon vorher gewusst haben kann, muss man es natürlich erst mal gesehen haben. Ist echt eine richtig amtlich gute Sache, das.

von |März 11th, 2015|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Horst Evers im Mehringhof Theater|

WOYZECK

„Kannst du nicht sterben?“ „Still, alles still, als wär` die Welt tot.“ „Kann die Todsünde so schön sein?“ „Ich möchte mich nicht blutig machen.“ „Kannst du nicht sterben?“
Mißverständnisse, Eifersucht, Wahn, Drill, Liebe, Sehnsucht. Woyzeck verläuft sich im Labyrinth seiner eigenen Gefühle. Ein Getriebener, der zusätzlich noch den krankhaften Anforderungen seiner Umgebung willkürlich ausgesetzt ist.
Gleichzeitig ist es die Tragödie seiner Verlobten Marie. Auch sie wird zum Opfer ihrer Wünsche. Eine Geschichte über die verzweifelte Suche nach Liebe in einer Welt, die von Macht und Kriegen verroht ist, und keine Hoffnung zulässt.

Mit: Peter Miklusz (Woyzeck), Johanna Griebel (Marie), Luca Schaub (Tambourmajor), Raphael Dwinger (Andres), Antonia Bill (Margreth), Traute Hoess (Narr), Peter Luppa (Kind), Boris Jacoby (Hauptmann), Marko Schmidt (Unteroffizier), Matthias Mosbach (Unteroffizier), Marvin Schulze (Unteroffizier), Felix Lüke (Unteroffizier), Hannes Lindenblatt (Unteroffizier)

und: Sharon Joy Liedke, Carmen Romero Velasco, Heidrun Schug; Rainer Clemens, Riccardo Drews, Mario Erbherr, Oliver Gabbert, Thomas Göhing, Marcus Hahn, Raik Hampel, Bjoern Jarkowski, Franz Jarkowski, Carsten Kaltner, Robert Landschek, Marc Lippert, Paul Marwitz, Detlef Matthes, Haiko Neumann, Valentin Olbrich, David Pino Moraga, Alexander Petau, Michel Podwojski, Nils Rech, Benjamin Schwarweit, Thomas Schenk, Mathias Schlicht, Ralf Tempel, Christian Tiedge, Dietmar Lukas Treiber, Jan Wirdeier

Regie und Bühne: Leander Haußmann
Kostüme: Janina Brinkmann
Dramaturgie: Steffen Sünkel
Licht: Ulrich Eh
Ausbilder der Soldaten: Rainer Clemens

von |September 14th, 2014|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für WOYZECK|

Wie im Himmel im HOT

Der international gefeierte Dirigent Daniel Daréus erleidet beim Großen Finale eines Symphoniekonzerts auf offener Bühne einen Herzinfarkt. Ihm erscheinen Bilder seiner Kindheit auf dem Dorf, Erinnerungen an die Demütigungen seiner Jugend. Auf Anraten des Arztes sagt Daniel alle Verpflichtungen ab. Er kehrt zurück in sein Heimatdorf und mietet sich im ehemaligen Schulgebäude ein. Abseits vom Trubel der Welt will er »wieder hören lernen«. Doch das Dorf ist neugierig auf den berühmten Mann. Vor allem die lebensfrohe Lena schafft es, ihm näher zu kommen. Daniel willigt schließlich ein, den Kirchenchor zu leiten. Der ist ein Abbild der dörflichen Gemeinschaft. Jeder kennt jeden, jeder hat seine scheinbar feste Rolle zugewiesen bekommen. In der Arbeit mit dem heimgekehrten Künstler brechen alte Konflikte und Zuschreibungen auf: Der duldsame Holmfried wehrt sich zum ersten Mal gegen die Sticheleien der anderen, Gabriella stellt sich gegen ihren gewalttätigen Mann, und die Frau des frömmelnden Pfarrers entdeckt ihre Sinnlichkeit. Immer mehr Dorfbewohner finden im Chor Sinn und Zusammenhalt, immer weniger gehen zum Pfarrer in die Kirche. Unbeabsichtigt macht sich Daniel Feinde im Dorf – und auch ihm begegnen die alten Konflikte seines Lebens wieder.

› Stefan Otteni
Musikal. Leitung
› Bettina Ostermeier
Bühne u. Kostüme
› Anne Neuser

› Raphael Rubino
› Elzemarieke de Vos
› Wolfgang Vogler
› Melanie Straub
› Zora Klostermann
› Florian Schmidtke
› Rita Feldmeier
› René Schwittay
› Alexander Finkenwirth
› Michael Schrodt
› Christian Deichstetter
› Susi Wirth

von |Februar 27th, 2014|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Wie im Himmel im HOT|

Theater kommt in der Volksbühne auch ohne Worte aus

Nachdem Michael es im letzten Jahr nicht geschafft hatte, in „Murmel Murmel“ zu gehen, haben wir für das Nachfolgestück „Ohne Titel Nr.1“ in der Volksbühne Karten besorgt.

Tatsächlich wurde kein Wort (zumindest kein verständliches) gesprochen. Dafür wurde Musik gemacht, getanzt und es gab Szenen aus dem wahren Leben zu sehen, die tatsächlich keine Worte brauchten, um verstanden zu werden. Es war einfach eine gigantische bunte Show, bei der es viel Spaß gemacht hat, zuzusehen.

Bettina aber am meisten von dem Sprung einer gelb-berockten kleinen Schauspielerin über das überdimensionierte Sofa begeistert, das während der ganzen Vorstellung die einzige Requisite auf der Bühne darstellte.

Leider konnte Michael dann doch nicht mitkommen. Wir haben Ihm dringend geraten, sich das Stück noch einmal anzusehen. Das wird er jetzt auch zusammen mit Anja und Harald machen. Viel Spass!

Mit: Florian Anderer, Matthias Buss, Nora Buzalka, Werner Eng, Patrick Güldenberg, Jonas Hien, Wolfram Koch, Inka Löwendorf, Annika Meier, Ruth Rosenfeld, Axel Wandtke, Hubert Wild, Ingo Günther, Fabrizio Tentoni und Michael Rowalska

Regie und Bühne: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Licht: Torsten König
Musik: Ingo Günther, Herbert Fritsch
Ton: Klaus Dobbrick
Video: Konstantin Hapke
Dramaturgie: Sabrina Zwach

von |Januar 23rd, 2014|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Theater kommt in der Volksbühne auch ohne Worte aus|

Die Perser im Deutschen Theater

480 v. Chr. verloren die Perser in der Schlacht bei Salamis gegen die ihnen zahlenmäßig weit unterlegenen Griechen. Acht Jahre später schrieb Aischylos die älteste überlieferte Tragödie der Weltliteratur. Ein Grieche spricht zu Griechen, als wäre er ein Perser und stellt nicht den Sieg, sondern die Katastrophe der Niederlage dar. In Botenberichten, Litaneien, Dialogen und Erklärungen rückt etwas Verborgenes, in dunklen Ahnungen und Befürchtungen sich Abzeichnendes immer stärker ins Sichtbare. Die Erkenntnis der Niederlage fügt sich zu einem einzigen langen Schrei.

von |Januar 9th, 2014|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Die Perser im Deutschen Theater|

Nervenschmerz und avantgardistisches Theater

Western Society im HAU2. Die Handlung bestand im Nachspiel des am seltensten herunter geladenen  Youtube Clips des letzten Jahres. Während der Clip nur 4 Minuten lang war, dauerte das Stück unter Mitwirkung des Publikums etwa 2 Stunden. Was nach Meinung von Reinfried, den wir zu dieser avantgardistischen Aufführung aus Kiel eingeladen hatten, um ihm beeindruckende Einblicke in die Berliner Theaterszene zu vermitteln, in nordischer Kürze in etwas weniger Zeit hätte abgehandelt werden können.

Ich habe mich jedoch sehr gut amüsiert. Bettina leider weniger, da  bei ihr nicht das Stück einen Nerv getroffen hat, sondern offensichtlich  Knochen ihrer Wirbelsäule, was schon seit mehreren Tagen jeden Genuss erschwerte.

von |November 22nd, 2013|Kultur, Theater|1 Kommentar|

Votre Faust im Radialsystem

Zusammen mit Michael und Jessica.

Erstmalig ist „Votre Faust“, die 1969 uraufgeführte „variable Oper“ des belgischen Komponisten Henri Pousseur und seines französischen Librettisten Michel Butor, in Berlin zu erleben, mit all ihren bisher ungezeigten Facetten. In dieser aktualisierten Faust-Version geht der junge Komponist Henri einen Pakt mit einem diabolischen Theaterdirektor ein. Eine neue Oper soll entstehen, einzige Bedingung: Es muss ein Faust sein. Über den Fortgang von Musik und Handlung entscheidet das Publikum. Rettet es die Kunst oder den Künstler? Gibt es ein privates Glück für Henri oder ein neues Meisterwerk? Aber Vorsicht: Gespielt wird nach den Regeln des Teufels.

Henri Pousseur und Michel Butor reflektieren auf fulminante und amüsante Weise das Genre Oper in seinem Beziehungsgeflecht zwischen künstlerischem Anspruch, ökonomischer Zwangslage und einem kapriziösen Publikumsgeschmack. Sie spielen mit biographischen Selbstreflexionen ebenso wie mit Zitaten aus Literatur und Musik. „Eines der wichtigsten Werke der Nachkriegszeit“, schreibt 1969 Der Spiegel.

Dirigent Gerhardt Müller-Goldboom, der komplexeste neue Partituren in sinnliche Klang-Erlebnisse verwandelt, das Ensemble für Gegenwartsmusik, work in progress – Berlin, sowie das Vocalconsort Berlin setzen mit „Votre Faust“ ihre erfolgreiche Zusammenarbeit im RADIALSYSTEM V fort. Regie führen Aliénor Dauchez und der Intendant des Baseler Theaters, Georges Delnon. Sie vereinen in ihrer Inszenierung Musiker, Sänger, Schauspieler und Publikum auf einem Jahrmarkt, dem Ort der ultimativen Unterhaltung. Drei bildendende Künstler wurden beauftragt, die Buden zu gestalten.

von |März 30th, 2013|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Votre Faust im Radialsystem|