Zusammen mit Michael und Jessica.

Erstmalig ist „Votre Faust“, die 1969 uraufgeführte „variable Oper“ des belgischen Komponisten Henri Pousseur und seines französischen Librettisten Michel Butor, in Berlin zu erleben, mit all ihren bisher ungezeigten Facetten. In dieser aktualisierten Faust-Version geht der junge Komponist Henri einen Pakt mit einem diabolischen Theaterdirektor ein. Eine neue Oper soll entstehen, einzige Bedingung: Es muss ein Faust sein. Über den Fortgang von Musik und Handlung entscheidet das Publikum. Rettet es die Kunst oder den Künstler? Gibt es ein privates Glück für Henri oder ein neues Meisterwerk? Aber Vorsicht: Gespielt wird nach den Regeln des Teufels.

Henri Pousseur und Michel Butor reflektieren auf fulminante und amüsante Weise das Genre Oper in seinem Beziehungsgeflecht zwischen künstlerischem Anspruch, ökonomischer Zwangslage und einem kapriziösen Publikumsgeschmack. Sie spielen mit biographischen Selbstreflexionen ebenso wie mit Zitaten aus Literatur und Musik. „Eines der wichtigsten Werke der Nachkriegszeit“, schreibt 1969 Der Spiegel.

Dirigent Gerhardt Müller-Goldboom, der komplexeste neue Partituren in sinnliche Klang-Erlebnisse verwandelt, das Ensemble für Gegenwartsmusik, work in progress – Berlin, sowie das Vocalconsort Berlin setzen mit „Votre Faust“ ihre erfolgreiche Zusammenarbeit im RADIALSYSTEM V fort. Regie führen Aliénor Dauchez und der Intendant des Baseler Theaters, Georges Delnon. Sie vereinen in ihrer Inszenierung Musiker, Sänger, Schauspieler und Publikum auf einem Jahrmarkt, dem Ort der ultimativen Unterhaltung. Drei bildendende Künstler wurden beauftragt, die Buden zu gestalten.