Archiv für den Monat: März 2015

Cello Cinema

Im Programm ‚CelloCinema’ präsentieren Eckart Runge und Jacques Ammon Originalkompositionen und eigene Arrangements aus dem reichen Genre der Filmmusik. Dabei lassen die Künstler große Klassiker wie Chaplin, Morricone oder Hitchcock aufleben und geben auch faszinierende Einblicke in verborgene Winkel der Geschichte des Films. Unterstützt werden sie dabei von dem Pantomime-Duo Bodecker und Neander.
Im Kino sind es vor allem die Bilder, die die Geschichten erzählen, aber erst die Musik verleiht ihnen ihre jeweilige Stimmung und ihren besonderen Ausdruck. Ja, die Musik kann die Bilder sogar, lange nachdem sie verflogen sind, wieder vor unser Auge der Imagination zurück zaubern! So entführen Eckart Runge und Jacques Ammon das Publikum durch den kammermusikalisch-farbigen Dialog von Cello und Klavier in ein ‚Kino der inneren Leinwand’. Zugleich werden ungeahnte Bezüge der Musik zum Film und deren Geschichte dem Publikum näher gebracht, die inhaltlich durch die Moderation des Cellisten unterhaltsam vertieft werden.

von |März 19th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Cello Cinema|

La Rondine in der Deutschen Oper

Alfred Maria Willner, der Erfolgsautor des Wiener Carltheaters (DIE DOLLARPRINZESSIN, DER GRAF VON LUXEMBURG) hatte zusammen mit Heinz Reichert ein Libretto mit dem Titel DIE SCHWALBE verfasst, das sie Puccini zur Verfügung stellten. Puccini machte von Anfang an klar, dass er keine konventionelle Operette schreiben würde, gesprochene Dialoge schloss er aus, aber eine „lyrische Komödie“ etwa im Sinne des ROSENKAVALIER wolle er sich gern vornehmen. Die Grundstruktur einer Operette ist in dem von Giuseppe Adami bearbeiteten und ins Italienische übertragenen Libretto durchaus noch zu erkennen: drei Akte mit einem großen Durcheinander im Finale des 2. Aktes; zwei Sopran-Tenor-Paare, die gesellschaftlich ein „Oben“ und „Unten“ spiegeln. Auch die Verwendung von Tänzen, insbesondere des Walzers, ist für Puccini neu. Ganz anders aber ist der Schluss, der sich in kein Opern- oder Operettenschema einordnen lässt.

Die Hauptfigur Magda lebt im Haus des Bankiers Rambaldo, von dem sie sich aushalten lässt. Der Dichter Prunier, regelmäßiger Gast im Hause Rambaldo und enger Freund von Magdas Kammerzofe Lisette, entwirft das Bild einer Schwalbe (La Rondine = Die Schwalbe). Er prophezeit Magda, dass sie wie eine Schwalbe der Sonne und der Liebe entgegen fliegen wird. Ruggero, der Sohn eines Freundes von Rambaldo, der zum ersten Mal Paris besucht, wird von den Freunden Magdas in das Tanzlokal bei Bullier geführt. Magda tritt dort inkognito auf und verliebt sich in Ruggero. Rambaldo überrascht die beiden, gerade als sie sich ihre Liebe gestehen. Magda trennt sich offiziell von ihm und seinem Geld. Sie zieht mit Ruggero an die Riviera und lebt dort in Bescheidenheit und mit Gewissensbissen, weil sie ihrem Neuen nichts von ihrem Vorleben als Mätresse Rambaldos erzählt hat. Dieser wäre bereit zu verzeihen, wenn sie zu ihm zurückkehrte, das will sie aber ebenso […]

von |März 14th, 2015|Allgemein|Kommentare deaktiviert für La Rondine in der Deutschen Oper|

Horst Evers im Mehringhof Theater

Hinterher hat Man’s Meist Vorher Gewußt

Was immer warum, weshalb, wodurch und wann auch irgendwie, irgendwo passiert ist. Einige der Freunde von Horst Evers haben es stets schon lange vorher gewusst. Schon immer eigentlich. Egal, wie überraschend ein Ereignis auch eingetreten ist, der Kommentar der Freunde beschränkt sich in der Regel auf ein souveränes: „Das war doch klar.“ Ob NSA, Lebensmittelskandale oder auch wirklich erstaunliche und umfangreiche private Katastrophen. Die Freunde haben’s immer schon vorher gewusst. Das aber natürlich erst, nachdem es passiert ist.

Es gibt eigentlich nicht viel zu bereden über das neue Programm von Horst Evers. Er erzählt Geschichten. Liest, ruft, dröhnt, zischt und wummert sie heraus, dass es nur so eine Art hat. Die Leute lachen sehr, sehr viel, und selbst wenn er mit großer Freude ein Lied ganz ohne Musik singt, nimmt ihm das keiner krumm. Ganz im Gegenteil sogar. Es ist sehr viel drin in diesem Abend, wie immer verpackt in vielen kleinen, harmlos beginnenden Geschichten. Vor allem aber ist es ein grandioser Spaß. Für das Publikum, genauso wie für Horst Evers selbst.

Aber damit man das hinterher eigentlich auch meist schon vorher gewusst haben kann, muss man es natürlich erst mal gesehen haben. Ist echt eine richtig amtlich gute Sache, das.

von |März 11th, 2015|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Horst Evers im Mehringhof Theater|