Konzert in Johannes: Rheinberger Stabat mater

von |April 15th, 2022|Konzert|Kommentare deaktiviert für Konzert in Johannes: Rheinberger Stabat mater|

Daniel Harding dirigiert Berlioz’ »Roméo et Juliette«

Daniel Harding dirigiert Berlioz’ »Roméo et Juliette«

Obwohl die Liebe das alles überstrahlende Thema in Romeo und Julia ist, gibt es hier noch viele weitere emotionale Zustände zu erleben: schönste Feststimmung, der Hass einer Familienfehde und natürlich Trauer und Entsetzen angesichts eines tragischen Doppelselbstmords. All das hat Hector Berlioz in seiner zwischen Symphonie und Kantate angesiedelte Version eingefangen: dramatisch, opulent, einfallsreich. Dirigent dieser Aufführung ist Daniel Harding, der sich seit Jahren für das Werk engagiert.

Berliner Philharmoniker Daniel Harding Dirigent Kate Lindsey Mezzosopran Andrew Staples Tenor Shenyang Bassbariton Rundfunkchor Berlin Gijs Leenaars Chor-Einstudierung Hector Berlioz Roméo et Juliette, Dramatische Symphonie op. 17 William Shakespeare, Émile Deschamps

»Beethoven konnte nur in Berlioz wieder aufleben; und ich, der ich Ihre göttlichen Kompositionen genossen habe […] halte es für meine Pflicht, Sie zu bitten, als Zeichen meiner Ehrerbietung 20.000 Francs annehmen zu wollen.« Kein Geringerer als der von Zeitgenossen oft als knauserig beschriebene Violinvirtuose Niccolò Paganini richtete 1838 diese Zeilen an Hector Berlioz. Der fühlte sich geehrt, freute sich als jemand, der seinerzeit notorisch pleite war, vor allem aber über die erkleckliche finanzielle Zuwendung. »Nach Bezahlung meiner Schulden war ich noch im Besitz einer sehr schönen Summe, und ich dachte nur daran, sie für musikalische Zwecke zu verwenden«, berichtete der Komponist in späteren Jahren. »Nach ziemlich langem Zögern entschied ich mich für eine Symphonie mit Chor [und] Gesangssoli.«

Damit war die Idee zu Roméo et Juliette geboren. Sieben Monate arbeitete Berlioz nach eigener Aussage an dem von Shakespeares Tragödie inspirierten Werk, das er nach Abschluss der Partitur als »Symphonie dramatique« bezeichnete. Tatsächlich stellt die Komposition keine Kantate oder konzertante Oper dar, sondern wird von Berlioz in die Tradition von Beethovens Neunter Symphonie eingereiht: als zyklische Instrumentalkomposition, die durch die Verwendung von Vokalstimmen die […]

von |September 12th, 2019|Allgemein, Konzert|Kommentare deaktiviert für Daniel Harding dirigiert Berlioz’ »Roméo et Juliette«|

Georg Nigl & Olga Pashchenko Liederabend

Konzertprogramm
Franz Schubert (1797 – 1828)
Die Taubenpost – Die Forelle – Der Wanderer an den Mond – Das Zügenglöcklein – Im Freien – Die Sommernacht – Abendstern – Fischerweise (1816 bis 1828)

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
An die ferne Geliebte op.98 (1816)

Wolfgang Rihm (*1952)
Vermischter Traum
Gryhius-Stück für Bariton und Klavier (2017)
Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
Uraufführung

Franz Schubert Der Winterabend – Die Sterne – An die Musik – Abschied (1816 – 1828)

Besetzung Georg Nigl Bariton Olga Pashchenko Klavier

Zum Gesang bewahrte sich Wolfgang Rihm ein unmittelbares, ungebrochenes Verhältnis. Auch dort, wo menschliche Stimmen nicht beteiligt sind, habe er es gern, „wenn es singt“. Vokalwerke vom Lied über Chorstücke und oratorische Werke bis zu den großen Opern nehmen in seinem Œuvre einen stolzen Raum ein. Den Liederzyklus „Vermischter Traum“, ein Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin und Georg Nigl gewidmet, schrieb Rihm als erstes Werk nach schwerer Krankheit, wohl noch ehe die Geduldsprobe der Rekonvaleszenz ganz überstanden war. Er wählte Verse von Andreas Gryphius, dem Barockdichter, der im Zeichen einer Katastrophe, des Dreißigjährigen Kriegs, dichtete. Er nahm sie als Aufforderung, Fragen zu stellen und sich zu konzentrieren – auf das Wesentliche, wirklich Bewegende, ob er dies nun im Himmel, auf Erden oder am Abgrund fand.

In Rihms Liedern führen Worte und Musik stets einen Dialog, befragen, bezweifeln, tragen sich und korrespondieren wie zwei, die sich etwas zu singen und zu sagen haben. Georg Nigl und Olga Pashchenko umgeben das neue Werk mit Beethovens avanciertestem Liederzyklus, in dem man auch ein Selbstbekenntnis sah, und mit Liedern von Franz Schubert, die hinausblicken – dorthin, wo die Enge der Verhältnisse ihre Kraft verliert.

von |September 9th, 2019|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Georg Nigl & Olga Pashchenko Liederabend|
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    Uraufführung „Requiem pour L.“ in den Berliner Festspielen

Uraufführung „Requiem pour L.“ in den Berliner Festspielen

Musik FABRIZIO CASSOL nach WOLFGANG AMADEUS MOZART
Regie ALAIN PLATEL
Musikalische Leitung RODRIGUEZ VANGAMA
Dramaturgie HILDEGARD DE VUYST
Video SIMON VAN ROMPAY
Kamera NATAN ROSSEEL
Bühne ALAIN PLATEL
Kostüme DORINE DEMUYNCK
Licht CARLO BOURGUIGNON
Klangregie BARTOLD UYTTERSPROT, CARLO THOMPSON

Von und mit
RODRIGUEZ VANGAMA Gitarre, E-Bass
BOULE MPANYA, FREDY MASSAMBA, RUSSELL TSHIEBUA Gesang
NOBULUMKO MNGXEKEZA, OWEN METSILENG, STEPHEN DIAZ / RODRIGO FERREIRA lyrischer Gesang
JOÃO BARRADAS Akkordeon
KOJACK KOSSAKAMVWE E-Gitarre
NIELS VAN HEERTUM Euphonium
BOUTON KALANDA, ERICK NGOYA, SILVA MAKENGO Likembe
MICHEL SEBA Perkussion

Mozarts berühmtes „Requiem“ war zum Zeitpunkt seines Todes 1791 ein Fragment, das später von seinem Schüler ergänzt wurde. Der Komponist Fabrizio Cassol hat für seine neue Produktion mit Alain Platel die originalen Partien freigelegt und gemeinsam mit Musiker*innen aus Afrika und Europa aus Mozarts Komposition eine musikalische Zeremonie entwickelt, die neue Wege im Umgang mit dem Tod eröffnet. So entstand eine neue Art von Totenmesse, die sich zwischen unterschiedlichen Kulturen bewegt, das musikalische Geschehen aber noch stärker zu einer persönlichen Verhandlung zwischen den Menschen macht und so zu einer Art spirituellen und sehr vitalen Begleitmusik der Reise am Ende jedes Lebens wird.

Denn das Stück begleitet konkret und sichtbar eine Frau beim Sterben. Für deren Name und Leben steht der Buchstabe L im Titel dieser Uraufführung. Das „Requiem pour L.“ ist dieser Frau aus Flandern und ihrer letzten und stillen Reise aus diesem Leben hinaus gewidmet. Vierzehn Musiker*innen verschiedener Kontinente verweben dafür die Kompositionen Mozarts mit der Welt der Oper, des Jazz und der populären Musik aus Afrika.

„Requiem pour L.“ ist kein einfaches Theater und es ist sicher auch nicht einfach „nur“ Theater. Platel und Cassol haben eine zeitgenössische Art von Messe für den Tod geschaffen, kein Tanztheater, aber ein sehr vitales und körperliches Musizieren auf dem sprichwörtlichen Gräberfeld. Ihr Requiem ist eine Übung in der Ars moriendi, der Kunst des Sterbens, ohne die es keine Kunst des Lebens gibt.

Cassol und Platel begegnen sich in ihrer Zusammenarbeit meist in einer Art […]

von |Januar 18th, 2018|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Uraufführung „Requiem pour L.“ in den Berliner Festspielen|

Liebeslieder

von |Oktober 14th, 2017|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Liebeslieder|

Konzert Bahrenboim

FRANZ SCHUBERT
Symphonie Nr. 5 B-Dur D 485

FRANZ SCHUBERT
Symphonie Nr. 4 c-moll D 417 «Tragische»

FRANZ SCHUBERT
Symphonie Nr. 6 C-Dur D 589 «Kleine C-Dur»

Aus Anlass des 220. Geburtstags des Komponisten präsentieren die Staatskapelle Berlin und ihr Generalmusikdirektor Daniel Barenboim sämtliche Sinfonien Franz Schuberts. Zwischen dem Erstlingswerk des 16-Jährigen und der späten C-Dur-Sinfonie liegen nur eineinhalb Jahrzehnte – eine Aufführung dieser Werke in der Reihenfolge ihrer Entstehung lässt das Publikum auf einmalige Weise die außergewöhnliche stilistische Entwicklung eines der größten Komponisten der Romantik nachvollziehen. Der Sinfonie-Zyklus wird ergänzt durch Barenboims Solo-Zyklus mit Schuberts Klaviersonaten.

von |Juli 1st, 2017|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Konzert Bahrenboim|

Heldenleben in der Philharmonie

Semyon Bychkov und Gautier Capuçon

Für seine innovative Musik musste Richard Strauss oft ätzende Kritik einstecken. In seiner Tondichtung Ein Heldenleben zeichnet er diese Konflikte nach: bissig, originell, mit opulentem Orchesterklang. Existenzieller noch waren die Kämpfe Dmitri Schostakowitschs in der Stalin-Diktatur. Auch hier gibt es ein Echo in der Musik des Komponisten, unter anderem im Ersten Cellokonzert – hier zu hören mit Gautier Capuçon als Solist. Semyon Bychkov dirigiert.

Berliner Philharmoniker
Semyon Bychkov Dirigent
Gautier Capuçon Violoncello
Dmitri Schostakowitsch
Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 Es-Dur op. 107
Gautier Capuçon Violoncello
Richard Strauss
Ein Heldenleben op. 40

von |Mai 12th, 2017|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Heldenleben in der Philharmonie|

Märzmusik „Re-inventing Smetak“

von |März 23rd, 2017|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Märzmusik „Re-inventing Smetak“|

Chorfest Radialsystem „Ode an die Nacht“

Harald Weiss: Ode an die Nacht (UA)

Kammerchor Berlin (Einstudierung: Stefan Rauh) Concentus Neukölln– Ensemble der Musikschule Paul-Hindemith, Neukölln (Einstudierung: Thomas Hennig) Berliner Mädchenchor (Einstudierung: Sabine Wüsthoff) Indischer Gesang und Tambura: Manickam Yogeswaran Blues-Gesang: Hanno Bruhn Bajan: Mateja Zenzerovic Klavier und Synthesizer: Peter Müller Violine: Kinneret Sieradzki Kontrabass: Guy Tuneh Schlagzeug: Viorel Chiriacescu, Daniel Eichholz und Alexandros Giovanos Elektro-akustische Vorproduktion: Harald Weiss Gesamtleitung: Thomas Hennig

Mit «Ode an die Nacht» gelangt im Rahmen von Chor@Berlin das letzte Werk von Harald Weiss’ «Darkness Project» zur Uraufführung. Im Zusammenspiel von indischem Gesang und Blues, zwei gemischten Chören und einem Mädchenchor, Akkordeon, Perkussion, Bass und Violine, beschreibt die Komposition nach Texten unter anderem von Ovid und Hölderlin sowie dem Johannes-Evangelium die Evolution des Daseins aus der Dunkelheit in die Dunkelheit. Getragen von den vielfältigen Ausdrucksformen der menschlichen Stimme, verweist «Ode an die Nacht» dabei vor allem auf die Ursprünge einer Welt aus Klang. «Ode an die Nacht» vollendet das «Darkness Project» von Harald Weiss. Über einen Zeitraum von 15 Jahren setzte sich der deutsche Komponist in diesem musikalisch weit gefächerten Zyklus mit dem Themenkomplex Nacht, Dunkelheit und Finsternis auseinander, damit einhergehend auch immer wieder mit dem Licht – mit der Erhellung sowie der damit verbundenen Zuversicht. Harald Weiss studierte Schulmusik, Dirigieren und Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover und absolvierte zudem ein Schlagzeugstudium an der Musikhochschule Hamburg. Nach zahlreichen Engagements als Dirigent und Interpret mit verschiedenen Formationen wirkte er in den 1970er Jahren als Hauskomponist der Städtischen Bühnen Bielefeld. Von 1973 bis 1983 hatte er eine Professur für Rhythmik und Arrangement an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover inne und betätigte sich während dieser Zeit auch als freischaffender Musiker, Drehbuchautor, Komponist und Regisseur. […]

von |Februar 24th, 2017|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Chorfest Radialsystem „Ode an die Nacht“|

Richard Wagner: Die Walküre

Simon Rattle dirigiert Wagner

Er ist nahezu eine Miniaturoper: der erste Akt aus Richard Wagners Walküre, in dem Siegmund, Sieglinde und Hunding spannungsvoll aufeinandertreffen. Simon Rattle präsentiert dieses musikalische Kammerspiel mit einem hochklassigen, Bayreuth-erfahrenen Sängerensemble, bestehend aus Eva-Maria Westbroek, Simon O’Neill und John Tomlinson. Zum Auftakt des Abends erklingt Wagners duftiges Siegfried-Idyll.

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle Dirigent
Eva-Maria Westbroek Sopran (Sieglinde)
Simon OʼNeill Tenor (Siegmund)
John Tomlinson Bass (Hunding)
Richard Wagner
Siegfried-Idyll
Richard Wagner
Die Walküre: 1. Akt
Eva-Maria Westbroek Sopran (Sieglinde), Simon OʼNeill Tenor (Siegmund), John Tomlinson Bass (Hunding)

»Noch einmal beschwöre ich Sie: lassen Sie die ›Walküre‹ für Sich aufführen, schließen Sie aber das Publikum aus«, schrieb Richard Wagner an Ludwig II. von Bayern, als dieser im Sommer des Jahres 1870 in München die Uraufführung des Werks vorbereiten ließ. Doch wie schon im Vorjahr, in dem gegen Wagners Willen am Münchner Hoftheater Das Rheingold erstmals über die Bühne gegangen war, wehrte sich der Komponist vergeblich dagegen, dass ein Teil der Ring-Tetralogie vorab der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte. Was Wagner seinem »großmütigen Herrn und König« indes verschwieg, war die Tatsache, dass der erste Akt der Walküre bereits 1856 in konzertanter Form aus der Taufe gehoben worden war – in Zürich, wo Wagner in seiner Wohnung am Zeltweg ein ausgesuchtes Publikum die verhängnisvolle Wiederbegegnung zweier Wotanskinder miterleben ließ. Von einem Winterthurer Organisten am Klavier begleitet, sang Emilie Heim damals die Partie der Sieglinde; in den Rollen von Siegmund (Sieglindes Zwillingsbruder) und Hunding (Sieglindes Ehemann) war der Komponist selbst zu hören!

Der improvisierten Aufführung war seinerzeit ein solcher Erfolg beschieden, dass sie am 22. Oktober im Zürcher Hotel Baur au Lac wiederholt wurde – wiederum vor geladenem Publikum, nun aber so öffentlich, dass die Neue Zürcher Zeitung über das »Riesenwerk« zu berichten wusste: »Mit dieser Tondichtung treten […]

von |Dezember 16th, 2016|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Richard Wagner: Die Walküre|