Harald Weiss: Ode an die Nacht (UA)

Kammerchor Berlin (Einstudierung: Stefan Rauh) Concentus Neukölln– Ensemble der Musikschule Paul-Hindemith, Neukölln (Einstudierung: Thomas Hennig) Berliner Mädchenchor (Einstudierung: Sabine Wüsthoff) Indischer Gesang und Tambura: Manickam Yogeswaran Blues-Gesang: Hanno Bruhn Bajan: Mateja Zenzerovic Klavier und Synthesizer: Peter Müller Violine: Kinneret Sieradzki Kontrabass: Guy Tuneh Schlagzeug: Viorel Chiriacescu, Daniel Eichholz und Alexandros Giovanos Elektro-akustische Vorproduktion: Harald Weiss Gesamtleitung: Thomas Hennig

Mit «Ode an die Nacht» gelangt im Rahmen von Chor@Berlin das letzte Werk von Harald Weiss’ «Darkness Project» zur Uraufführung. Im Zusammenspiel von indischem Gesang und Blues, zwei gemischten Chören und einem Mädchenchor, Akkordeon, Perkussion, Bass und Violine, beschreibt die Komposition nach Texten unter anderem von Ovid und Hölderlin sowie dem Johannes-Evangelium die Evolution des Daseins aus der Dunkelheit in die Dunkelheit. Getragen von den vielfältigen Ausdrucksformen der menschlichen Stimme, verweist «Ode an die Nacht» dabei vor allem auf die Ursprünge einer Welt aus Klang. «Ode an die Nacht» vollendet das «Darkness Project» von Harald Weiss. Über einen Zeitraum von 15 Jahren setzte sich der deutsche Komponist in diesem musikalisch weit gefächerten Zyklus mit dem Themenkomplex Nacht, Dunkelheit und Finsternis auseinander, damit einhergehend auch immer wieder mit dem Licht – mit der Erhellung sowie der damit verbundenen Zuversicht. Harald Weiss studierte Schulmusik, Dirigieren und Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover und absolvierte zudem ein Schlagzeugstudium an der Musikhochschule Hamburg. Nach zahlreichen Engagements als Dirigent und Interpret mit verschiedenen Formationen wirkte er in den 1970er Jahren als Hauskomponist der Städtischen Bühnen Bielefeld. Von 1973 bis 1983 hatte er eine Professur für Rhythmik und Arrangement an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover inne und betätigte sich während dieser Zeit auch als freischaffender Musiker, Drehbuchautor, Komponist und Regisseur. Nachdem zunächst vor allem experimentelle Werke wie instrumentale Theaterstücke, szenische Klangprojekte, Happenings und Performances entstanden waren, wandte sich Weiss ab den 1990er Jahren auch der Oper zu. Für sein künstlerisches Schaffen wurde Harald Weiss vielfach geehrt, so mit dem Niedersächsischen Kulturpreis, dem Kulturpreis der Stadt Bielefeld, einem Stipendium der Villa Massimo in Rom, dem IsadoraPreis und dem Praetorius Musikpreis Niedersachsen.