Spätromantisches Schwärmen
An Camille Saint-Saëns’ Orgelsymphonie gibt es viel zu bewundern: Extrem facettenreich ist dieses originelle Werk – einerseits duftig und zart, andererseits im Orgel-Finale feierlich brausend. Wie die Symphonie werden auch die anderen Werke dieser Konzerte mit Zubin Mehta von spätromantischem Schwärmen durchzogen: Franz Schmidts Zwischenspiel aus der Oper Notre Dame und Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert mit Gil Shaham als Solist.
Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta Dirigent
Gil Shaham Violine
Thierry Escaich Orgel
Franz Schmidt
Zwischenspiel aus der Oper Notre Dame
Erich Wolfgang Korngold
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
Gil Shaham Violine
Camille Saint-Saëns
Symphonie Nr. 3 c-Moll op. 78 »Orgelsymphonie«
Thierry Escaich Orgel
Kino im Kopf
Anmerkungen zu Werken von Franz Schmidt, Erich Wolfgang Korngold und Camille Saint-Saëns
Oper und Film – Franz Schmidts Oper Notre Dame
Der österreichische Komponist, Pianist, Cellist und Dirigent Franz Schmidt war im Wiener Musikleben des Fin de siècleeine durchaus prominente Figur. Sein Œuvre umfasst Klavier- und Orgelwerke, Kammermusik, vier Symphonien, konzertante Variationen für Klavier und Orchester und (als beeindruckendes Spätwerk) das 1937 vollendete Apokalypse-Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln.Die Leidenschaft für das Orchester hatte Schmidt, von 1896 bis 1911 als Cellist den Wiener Philharmoniker angehörte, schon früh entdeckt. Seine Erste Symphonie war 1899 mit dem Beethoven-Preis der Gesellschaft der Musikfreunde ausgezeichnet worden, und auch die Uraufführung des Zwischenspiels aus einer unvollendeten romantischen Oper am 6. Dezember 1903 fand reichlich Beifall – wobei der Titel eigentlich eine Irreführung war: Schmidt hatte mit der Arbeit an der »unvollendeten« Oper noch gar nicht richtig begonnen. Zwischen 1904 und 1906 entstand dann der Zweiakter Notre Dame, nach dem Roman Notre-Dame de Paris von Victor Hugo, der zuvor schon drei Mal auf die Opernbühne gebracht worden war. Bereits 1836 – fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Romans – hatte die Französin Louise Angélique Bertin ein Original-Libretto Hugos […]

