Archiv für den Monat: September 2015

Spätromantisches Schwärmen

An Camille Saint-Saëns’ Orgelsymphonie gibt es viel zu bewundern: Extrem facettenreich ist dieses originelle Werk – einerseits duftig und zart, andererseits im Orgel-Finale feierlich brausend. Wie die Symphonie werden auch die anderen Werke dieser Konzerte mit Zubin Mehta von spätromantischem Schwärmen durchzogen: Franz Schmidts Zwischenspiel aus der Oper Notre Dame und Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert mit Gil Shaham als Solist.
Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta Dirigent
Gil Shaham Violine
Thierry Escaich Orgel
Franz Schmidt

Zwischenspiel aus der Oper Notre Dame
Erich Wolfgang Korngold

Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35

Gil Shaham Violine
Camille Saint-Saëns

Symphonie Nr. 3 c-Moll op. 78 »Orgelsymphonie«

Thierry Escaich Orgel

Kino im Kopf
Anmerkungen zu Werken von Franz Schmidt, Erich Wolfgang Korngold und Camille Saint-Saëns
Oper und Film – Franz Schmidts Oper Notre Dame

Der österreichische Komponist, Pianist, Cellist und Dirigent Franz Schmidt war im Wiener Musikleben des Fin de siècleeine durchaus prominente Figur. Sein Œuvre umfasst Klavier- und Orgelwerke, Kammermusik, vier Symphonien, konzertante Variationen für Klavier und Orchester und (als beeindruckendes Spätwerk) das 1937 vollendete Apokalypse-Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln.Die Leidenschaft für das Orchester hatte Schmidt, von 1896 bis 1911 als Cellist den Wiener Philharmoniker angehörte, schon früh entdeckt. Seine Erste Symphonie war 1899 mit dem Beethoven-Preis der Gesellschaft der Musikfreunde ausgezeichnet worden, und auch die Uraufführung des Zwischenspiels aus einer unvollendeten romantischen Oper am 6. Dezember 1903 fand reichlich Beifall – wobei der Titel eigentlich eine Irreführung war: Schmidt hatte mit der Arbeit an der »unvollendeten« Oper noch gar nicht richtig begonnen. Zwischen 1904 und 1906 entstand dann der Zweiakter Notre Dame, nach dem Roman Notre-Dame de Paris von Victor Hugo, der zuvor schon drei Mal auf die Opernbühne gebracht worden war. Bereits 1836 – fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Romans – hatte die Französin Louise Angélique Bertin ein Original-Libretto Hugos […]

von |September 24th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Spätromantisches Schwärmen|

Eröffnungskonzert Musikfest Berlin: Arnold Schönberg

Staatskapelle Berlin

Eröffnungskonzert

Arnold Schönberg [1874–1951]
Verklärte Nacht für Streichorchester op. 4 [1899/1917]

Arnold Schönberg
Fünf Orchesterstücke op. 16 [1909]

Arnold Schönberg
Variationen für Orchester op. 31 [1926–1928]

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
in Kooperation mit der Staatsoper Unter den Linden

Staatskapelle Berlin
Daniel Barenboim Leitung

„Es gelang ihm, all das, was vor ihm geschrieben wurde, zusammenzufassen – und doch zeigt er uns im gleichen Moment den Weg in die Zukunft.“ Mit diesen pointierten Worten benannte Daniel Barenboim die epochale Leistung des Komponisten Arnold Schönberg. Der leidenschaftliche wie charismatische Schönberg-Interpret deutete damit zugleich an, welcher Herausforderung sich jeder Musiker, der sich mit dem Komponisten beschäftigt, bis heute zu stellen hat: Nämlich der Herausforderung, in jedem Moment der Aufführung die Gegenpole in der musikalischen Persönlichkeit dieses janusköpfigen Künstlers auf gedanklich klare und zugleich sinnliche Weise in Verbindung zu bringen. Dass Schönberg zugleich Denker und Geschichtenerzähler, Bilderstürmer und Klangfarbenmaler, Nostalgiker und Visionär sein konnte, das ist in drei Schlüsselwerken aus seinen zentralen Schaffensphasen zu hören. In ihnen lässt sich unter anderem erleben, wie Schönberg das nächtliche Geständnis einer verschwiegenen Vaterschaft auf provozierende Weise romantisch schildert, die Farben eines Sommermorgens am See expressionistisch deutet und seinen endgültigen Aufbruch in die Moderne mit den Tönen B-A-C-H signiert.

Das Musikfest Berlin 2015 eröffnet damit sein diesjähriges Programm. In den darauffolgenden Konzerten tritt das Schaffen Arnold Schönbergs zusammen mit der Musik seines Zeitgenossen, dem Dänen Carl Nielsen, in einen Dialog mit den Werken Gustav Mahlers.

TAGESPIEGEL

Eröffnung Musikfest Berlin
Ewige Avantgarde
04.09.2015 Von Frederik Hanssen

Prekäre Liebesszenen: Daniel Barenboim und die Staatskapelle eröffnen das Musikfest Berlin mit Werken von Arnold Schönberg und erweisen sich als erhellende Erzähler mit bewundernswerter Konzentrationsfähigkeit.

„Ich weiß gar nicht, was immer für ein Gewese um diesen Schönberg gemacht wird“, wendet sich die elegant gekleidete Dame auf dem Weg zum Pausensekt […]

von |September 12th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Eröffnungskonzert Musikfest Berlin: Arnold Schönberg|