Richard Wagner: Die Walküre
Simon Rattle dirigiert Wagner
Er ist nahezu eine Miniaturoper: der erste Akt aus Richard Wagners Walküre, in dem Siegmund, Sieglinde und Hunding spannungsvoll aufeinandertreffen. Simon Rattle präsentiert dieses musikalische Kammerspiel mit einem hochklassigen, Bayreuth-erfahrenen Sängerensemble, bestehend aus Eva-Maria Westbroek, Simon O’Neill und John Tomlinson. Zum Auftakt des Abends erklingt Wagners duftiges Siegfried-Idyll.
Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle Dirigent
Eva-Maria Westbroek Sopran (Sieglinde)
Simon OʼNeill Tenor (Siegmund)
John Tomlinson Bass (Hunding)
Richard Wagner
Siegfried-Idyll
Richard Wagner
Die Walküre: 1. Akt
Eva-Maria Westbroek Sopran (Sieglinde), Simon OʼNeill Tenor (Siegmund), John Tomlinson Bass (Hunding)
»Noch einmal beschwöre ich Sie: lassen Sie die ›Walküre‹ für Sich aufführen, schließen Sie aber das Publikum aus«, schrieb Richard Wagner an Ludwig II. von Bayern, als dieser im Sommer des Jahres 1870 in München die Uraufführung des Werks vorbereiten ließ. Doch wie schon im Vorjahr, in dem gegen Wagners Willen am Münchner Hoftheater Das Rheingold erstmals über die Bühne gegangen war, wehrte sich der Komponist vergeblich dagegen, dass ein Teil der Ring-Tetralogie vorab der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte. Was Wagner seinem »großmütigen Herrn und König« indes verschwieg, war die Tatsache, dass der erste Akt der Walküre bereits 1856 in konzertanter Form aus der Taufe gehoben worden war – in Zürich, wo Wagner in seiner Wohnung am Zeltweg ein ausgesuchtes Publikum die verhängnisvolle Wiederbegegnung zweier Wotanskinder miterleben ließ. Von einem Winterthurer Organisten am Klavier begleitet, sang Emilie Heim damals die Partie der Sieglinde; in den Rollen von Siegmund (Sieglindes Zwillingsbruder) und Hunding (Sieglindes Ehemann) war der Komponist selbst zu hören!
Der improvisierten Aufführung war seinerzeit ein solcher Erfolg beschieden, dass sie am 22. Oktober im Zürcher Hotel Baur au Lac wiederholt wurde – wiederum vor geladenem Publikum, nun aber so öffentlich, dass die Neue Zürcher Zeitung über das »Riesenwerk« zu berichten wusste: »Mit dieser Tondichtung treten […]

