Archiv für den Monat: Januar 2023

DON GIOVANNI an der Deutschen Oper

Erster Teil – Die Ohnmacht der Freiheit

Aus dem Dunkel kommend – Don Giovanni. Viele Gesichter hat der „Verführer aller Verführer“ mit den Jahren bekommen! Wer aber ist er wirklich?

7. Das Donna-Anna-Syndrom

So will es die Story: Don Giovanni tötet den Vater seiner Geliebten Donna Anna. Wie oft hat er das schon getan! Neben der Leiche lässt er eine rätselhafte Karte zurück. Der Countdown läuft … Donna Anna verschweigt ihrem Bräutigam, Don Ottavio, ihr Verhältnis mit Don Giovanni. An der Leiche ihres Vaters schwört sie Vergeltung. Rache heißt fortan das Mantra ihres schlechten Gewissens.

6. Der Donna-Elvira-Komplex

So sieht es das Libretto vor: Donna Elvira, eine „abgelegte“ Geliebte, stellt Don Giovanni zur Rede. Leporello, sein Diener, führt ihr vor Augen, wie unbedeutend ihr persönlicher Schmerz ist, gemessen an der Unzahl gebrochener Herzen, die Don Giovannis Lebensweg pflastern. Eine geheimnisvolle Karte ist auch für Donna Elvira bestimmt …

5. Die Zerlina-Situation

So bestimmt es die Dramaturgie: Hochzeit von Zerlina und Masetto. Vor Augen Donna Elviras und des Bräutigams verführt Don Giovanni – sein Image verlangt es – die Braut. Und spielt eine weitere seiner merkwürdigen Karten aus … In Donna Elvira und Masetto finden Donna Anna und Don Ottavio Verbündete für ihre Rache an Don Giovanni. Zerlina soll der Lockvogel sein. Die Freiheit feiert ihr Fest. In Verkleidung verschaffen sich die Rächer Zutritt und stellen Don Giovanni. Bereitwillig beugt er sein Haupt unter das Schwert, das Don Ottavio gegen ihn erhebt. Nun ist alles zu Ende! Lange hat er auf diesen Augenblick gewartet. Doch Hoffnung ist ein Witz ohne Pointe. Das Chaos, sein Weggefährte seit Jahrhunderten, schlägt über ihm zusammen.

Zweiter Teil – Die letzte Versuchung

4. Innocentia

Der Morgen danach. Ein Mädchen. Tote Menschen wiegen schwerer als gebrochene Herzen. Drei Karten sind noch […]

von |Januar 20th, 2023|Allgemein|Kommentare deaktiviert für DON GIOVANNI an der Deutschen Oper|

OCEANE an der Deutschen Oper

Der Tag ging, ein anderer kam, Oceane war fort.“ So lapidar lässt Theodor Fontane seine geheimnisvolle Titelfigur aus dem Leben verschwinden. In seinem Romanfragment Oceane von Parceval (1882) hat der Dichter abermals eine rätselhafte, moderne Melusinengestalt ins Zentrum gestellt. Bis hin zum Alterswerk Der Stechlin wird Fontanes Werk von solchen jungen Frauen durchzogen, die durch ihre Extravaganz und Naturhaftigkeit gleichermaßen faszinieren wie provozieren.

Detlev Glanert, ein passionierter Leser und Literaturkenner, ist diesem Fontane-Text vor vielen Jahren begegnet. Seitdem hat sich der Stoff in ihm zur Oper angereichert. Mit Hans-Ulrich Treichel, der bereits das Libretto zu CALIGULA schuf, konzipierte Glanert ein Szenario, das die Leer- und Bruchstellen in Fontanes Entwurf in Klang verwandelt. Die Gesellschaftskonventionen seiner Zeit hat der Romancier des bürgerlichen Realismus in geschliffenen Dialogen gezeichnet. Konversation ersetzt bei Fontane, dessen 200. Geburtstag 2019 in Brandenburg und Berlin groß gefeiert wird, die explizite Handlung. So galt es, Oceane von Parceval zu dramatisieren, Charaktere und Situationen zuzuspitzen: In einem Badeort zur Kaiserzeit trifft die junge Oceane von Parceval mit ihrer Gesellschafterin Kristina ein. Sie irritiert die Hotelgäste durch ihr ungezwungenes Benehmen. Der junge Gutsbesitzer Martin von Dircksen sieht in der enigmatischen Schönen seine zukünftige Gattin. Aber vor allem Pastor Baltzer führt das Wort gegen diese Frau, die sich so selbstbewusst außerhalb der Konvention stellt. Dennoch sucht sie verzweifelt ihren Platz in dieser Gesellschaft. Martins Liebe scheint eine Möglichkeit aufzuzeigen, aber Oceanes Bindung an das Elementare ist stärker. Sie geht zurück ins Meer, aus dem sie kam.

Oceane eine Projektionsfigur männlicher Weiblichkeitsfantasien

Als Melusine, Rusalka oder Undine fand das nymphenhafte Naturwesen in der Kunst zahlreiche Darstellungen. Wie ihre Schwestern scheint Oceane eine Projektionsfigur männlicher Weiblichkeitsfantasien, doch sie gewinnt ihre tragische Dimension aus der Erkenntnis, dass sie ihren Wunsch nach Liebe und Nähe zu den Menschen […]

von |Januar 13th, 2023|Allgemein|Kommentare deaktiviert für OCEANE an der Deutschen Oper|

The Banshees of Inisherin

Colm, der Musiker, will von einem Tag auf den anderen nicht mehr mit seinem Freund sprechen: Bauer Pádraic. „Der Film handelt von einer Trennung. Die wahrhaftige, traurige Geschichte einer Trennung von zwei Freunden zu erzählen, war der Anfangspunkt“, sagt Regisseur Martin McDonagh. Die Insel Inisherin 1923. Colm kündigt die Freundschaft, aber Pádraic versteht die Botschaft nicht. „Jedes Mal, wenn du mich störst, von diesen Tag an, will ich diese Schere nehmen und einen meiner Finger abschneiden und werde dir diesen Finger geben, bis ich keinen Finger mehr übrig habe“, droht Colm. „Macht das die Dinge klarer für dich?“ – „Nein, nicht wirklich.“ „Es hat etwas Ehrenhaftes zu sagen: Ich werde diese furchtbare Sache machen, wenn du mich nicht in Ruhe lässt“, sagt Martin McDonagh. „Ich verstehe das. Es ist verrückt, aber ich habe auch Züge davon.“

von |Januar 7th, 2023|Allgemein, Kino|Kommentare deaktiviert für The Banshees of Inisherin|

Das Stadtschloss wird langsam fertig

von |Januar 6th, 2023|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Das Stadtschloss wird langsam fertig|