Archiv für den Monat: Januar 2015

Sibelius-Abend mit Simon Rattle und Leonidas Kavakos

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle Dirigent
Leonidas Kavakos Violine
Jean Sibelius

Symphonie Nr. 3 C-Dur op. 52
Jean Sibelius

Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47

Leonidas Kavakos Violine
Jean Sibelius

Symphonie Nr. 4 a-Moll op. 63

»Strenge, Stil und Logik«
Die Symphonien und das Violinkonzert von Jean Sibelius
Positionsbestimmungen

»Die moderne Symphonie ist ein Tonwerk für volles Orchester, nach den Formumrissen und der inneren Gliederung eine Gattung der Sonate, sie besteht gewöhnlich aus vier Sätzen: Allegro, Andante oder Adagio oder Largo, Menuett oder Scherzo und Allegro oder Final.« So einfach, kurz und bündig diese Definition einer »modernen Symphonie« in Oscar Pauls Handlexikon der Tonkunst (Leipzig 1873) auch scheint, so wenig konnte sie einem »modernen« Komponisten des späten 19. Jahrhunderts als Wegweiser dienen: Wer damals einem »Tonwerk für volles Orchester« den Gattungstitel »Symphonie« gab, musst eine zentnerschwere Last schultern.

Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sich die Form der Sinfonia– der italienischen Opern-Ouvertüre – als eigenständiges, dreisätziges Orchesterwerk herausgebildet und war schnell in ganz Europa angenommen worden. Komponisten wie Giovanni Battista Sammartini, Luigi Boccherini und François-Joseph Gossec, die Bach-Söhne und die Köpfe der »Mannheimer Schule« bereiteten ihr den Weg zur überreichen Blütezeit der Wiener Klassik – zu den Symphonien Joseph Haydns und Wolfgang Amadeus Mozarts. Doch bereits 1824 erreichte die Gattung mit Ludwig van Beethovens Neunter einen Punkt, nach dem das Schreiben von Symphonien obsolet, wenn nicht unmöglich geworden zu sein schien. »Die Symphoniker seit Beethoven haben die Form nicht mehr weiter zu entwickeln vermocht«, stellt 1894 Hugo Riemanns Musik-Lexikon in seiner 4. Auflage fest; »nichtsdestoweniger würde es ein arger Fehlschuß [sic!] sein, wollte man sie als ausgelebt ansehen; die Symphonien von Schumann, Brahms, Raff, Anton Rubinstein beweisen, daß sie noch zur Füllung mit immer neuem Inhalt tauglich ist.« Weniger optimistisch äußert sich 1889 Sir George Grove in […]

von |Januar 28th, 2015|Allgemein, Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Sibelius-Abend mit Simon Rattle und Leonidas Kavakos|

CARMEN in der Neuköllner Oper

„Carmen, du bist mein Leben!“ José begehrt Carmen, verlässt seine Welt, wird für sie (?) illegal. Carmen ist schön, eine Fremde, ohne gültige Papiere. José folgt Carmen und – tötet sie.

FEUER DER GEFÜHLE
Tötet, was er zum Leben braucht…. Die bekannteste Oper der Welt erzählt von der größten, schönsten und gefährlichsten Kraft im Menschen. Aus Liebe und Begehren wird Besitzen, und was sich nicht besitzen lässt… Doch vielleicht tötet der Polizist José nicht nur die eigen-willige Frau, sondern mit ihr auch das Fremde schlechthin, das sich nicht unterordnen lässt? Wie offen Carmen vom Leben unter der Krise erzählt! Ein Polizist tötet eine Illegale, am Grenzzaun unserer Gesellschaft, dort wo sich entscheidet, wer drinnen ist und wer draußen bleiben muss. Zu den „Zigeunern“ und „Schmugglern“ im Original würde man heute sagen: Roma und Sinti, meist aus dem »Schattenreich Europas«, Rumänien und Bulgarien. In Berlin leben darüber hinaus geschätzte 50.000 Menschen jedweder Herkunft ohne Papiere, illegal. Neukölln ist ein Kulminationsort dieser Schattenbürger und ihres Ringens um Aufnahme und Legalität. So ausgegrenzt, steht Carmen für einen bewundernswerten Kampf um Freiheit.

AusGRENZEN
In Berlin, Rom und andernorts in Europa kochen zurzeit wieder heftige Gefühle hoch, die sich in Fremdenhass entladen. Auf Basis von Recherchen dazu spielen wir Bizets großartige Oper mit einem wunderbaren, jungen und temperamentvollen Ensemble neu, nah am Original und an unserer Wirklichkeit.

EIN EUROPÄISCHES PROJEKT
Carmen ist die pan-europäische Oper schlechthin in einer EU der Ausgrenzung und Massenarbeitslosigkeit unter Jugendlichen. Auf unsere Initiative entstehen anderenorts weitere Carmen-Projekte, z. B. in Barcelona mit vier jungen spanischen Komponisten und Autoren. Wir hoffen, diese im Herbst als Gastspiel zeigen zu können.

Inszenierung: David Mouchtar-Samorai · Arrangement: Bijan Azadian · Textbuch, Dramaturgie: Bernhard Glocksin · Musik. Ltg: Hans-Peter Kirchberg/Insa Bernds · Bühne: Heinz Hauser · […]

von |Januar 24th, 2015|Kultur, Oper|Kommentare deaktiviert für CARMEN in der Neuköllner Oper|

Das etwas andere Neujahrs-Konzert

MozART-Group – Die verrückte Klassik-Show
Das brandneue Programm:
„Wir ziehen neue Saiten auf!“

Filip Jaślar Violine
Michał Sikorski Violine
Paweł Kowaluk Viola
Boles.aw Błaszczyk Violoncello

Lieben Sie Salut Salon, Joja Wendt, Bodo Wartke und Hans Liberg, oder sind Fan von Blechschaden? Wenn ja, dann werden Sie die Mozart Group lieben. Die vier befrackten Herren sind davon überzeugt, dass klassische Musik so richtig Spaß machen kann, ja machen muss. Die Streicher-Solisten sind nicht nur absolute Könner auf ihren Instrumenten, sondern auch Virtuosen des Humors und der musikalischen Unterhaltung. Mit ihren brillanten musikalischen Darbietungen gepaart mit wunderbar komischen Slapstick-Einlagen produziert die Mozart Group bei jedem Publikum ganz schnell Lachsalven in Serie und lässt die Augen vor Freudentränen glänzen. Über sich selbst sagen die Musiker: „Wir trotzen dem Ernst der Konzertsäle, dem grauen Musikeralltag, aber auch Rock-, Rap- und Popfans, die vor der Klassik flüchten. Dabei behandeln wir unsere Mutter Musik mit Witz und Ironie und sind sicher, dass sie uns das nicht übelnimmt.“ In Frankreich und Polen, in den USA und Japan sind sie schon Superstars, jetzt erobern sie auch Deutschland.

von |Januar 6th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Das etwas andere Neujahrs-Konzert|