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    PETRUSCHKA & L’ENFANT ET LES SORTILÈGES: KOMISCHE OPER BERLIN

PETRUSCHKA & L’ENFANT ET LES SORTILÈGES: KOMISCHE OPER BERLIN

Strawinski, Igor Fjodorowitsch

Petrushka

Ravel, Maurice

L’Enfant et les sortilèges, Fantaisie lyrique in two parts (1925)

Igor Strawinskys Petruschka wirft den Zuschauer mitten hinein ins ausgelassene, wilde Treiben eines Jahrmarkts, auf dem ein unheimlich wirkender Gaukler drei Puppen präsentiert, die er mit seiner Magie zum Leben erweckt: die verletzliche Akrobatin Ptitschka, den grobschlächtigen aber gutmütigen Muskelmann Patap und den tollpatschigen Clown Petruschka. Von ihrem sadistischen Meister fortwährend zur Schau gestellt und gequält, sehnen sich alle drei nach Freiheit, doch nur Petruschka gelingt schließlich die Flucht. Berauscht vom neuen Lebensgefühl stürzt er sich voller Neugier ins Jahrmarkt-Getümmel. Doch die Freiheit währt nicht lange …

Weil er unartig und widerspenstig ist, muss das Kind in Maurice Ravels L’Enfant et les Sortilèges zur Strafe in seinem Zimmer bleiben. Wütend zerstört es die Zimmereinrichtung und quält seine Katze. „Ich bin böse und frei!“, ruft es triumphierend. Doch der Triumph währt nicht lange. Wie in einem bösen Albtraum werden die beschädigten Gegenstände – Sessel, Uhr, Teekanne oder Tapete – lebendig und rächen sich an ihrem Peiniger. Selbst die Natur und ihre Bewohner setzen dem Kind zu, das zu lernen beginnt, welche Konsequenzen die eigenen Taten nach sich ziehen. Als es schließlich Mitgefühl mit einem verletzten Eichhörnchen zeigt, endet der Spuk – vorerst …
Ein Doppelabend über Zurechtweisung und Manipulation, über Erwachsenwerden und die Emanzipierung von (falschen) Zwängen, über den unbändigen Drang nach Freiheit. Bühne, Klänge, Sänger*innen und Akrobat*innen verschmelzen in den Bildwelten von »1927« zu einem alle Sinne berauschenden Erlebnis.

Dirigent: Markus Poschner
Regisseur: Suzanne Andrade, Esme Appleton
Animation: Paul Barritt
Konzept / Bühne: 1927 (Suzanne Andrade, Esme Appleton und Paul Barritt)
Bühne: Pia Leong
Kostüm: 1927 (Suzanne Andrade, Esme Appleton und Paul Barritt), Katrin Kath
Dramaturgie: Ulrich Lenz
Chor: Andrew Crooks
Kinderchor: Dagmar Fiebach
Licht: Diego Leetz

Petruschka / Der Clown: Tiago Alexandre Neta Fonseca
Ptitschka, Der Akrobat: Pauliina Räsänen
Patap, Der Muskelmann: Slava Volkov
Das Kind: Katarzyna Włodarczyk
Die Mutter / Die chinesische Teetasse / Die […]

von |März 10th, 2017|Kultur, Oper|Kommentare deaktiviert für PETRUSCHKA & L’ENFANT ET LES SORTILÈGES: KOMISCHE OPER BERLIN|

CARMEN in der Neuköllner Oper

„Carmen, du bist mein Leben!“ José begehrt Carmen, verlässt seine Welt, wird für sie (?) illegal. Carmen ist schön, eine Fremde, ohne gültige Papiere. José folgt Carmen und – tötet sie.

FEUER DER GEFÜHLE
Tötet, was er zum Leben braucht…. Die bekannteste Oper der Welt erzählt von der größten, schönsten und gefährlichsten Kraft im Menschen. Aus Liebe und Begehren wird Besitzen, und was sich nicht besitzen lässt… Doch vielleicht tötet der Polizist José nicht nur die eigen-willige Frau, sondern mit ihr auch das Fremde schlechthin, das sich nicht unterordnen lässt? Wie offen Carmen vom Leben unter der Krise erzählt! Ein Polizist tötet eine Illegale, am Grenzzaun unserer Gesellschaft, dort wo sich entscheidet, wer drinnen ist und wer draußen bleiben muss. Zu den „Zigeunern“ und „Schmugglern“ im Original würde man heute sagen: Roma und Sinti, meist aus dem »Schattenreich Europas«, Rumänien und Bulgarien. In Berlin leben darüber hinaus geschätzte 50.000 Menschen jedweder Herkunft ohne Papiere, illegal. Neukölln ist ein Kulminationsort dieser Schattenbürger und ihres Ringens um Aufnahme und Legalität. So ausgegrenzt, steht Carmen für einen bewundernswerten Kampf um Freiheit.

AusGRENZEN
In Berlin, Rom und andernorts in Europa kochen zurzeit wieder heftige Gefühle hoch, die sich in Fremdenhass entladen. Auf Basis von Recherchen dazu spielen wir Bizets großartige Oper mit einem wunderbaren, jungen und temperamentvollen Ensemble neu, nah am Original und an unserer Wirklichkeit.

EIN EUROPÄISCHES PROJEKT
Carmen ist die pan-europäische Oper schlechthin in einer EU der Ausgrenzung und Massenarbeitslosigkeit unter Jugendlichen. Auf unsere Initiative entstehen anderenorts weitere Carmen-Projekte, z. B. in Barcelona mit vier jungen spanischen Komponisten und Autoren. Wir hoffen, diese im Herbst als Gastspiel zeigen zu können.

Inszenierung: David Mouchtar-Samorai · Arrangement: Bijan Azadian · Textbuch, Dramaturgie: Bernhard Glocksin · Musik. Ltg: Hans-Peter Kirchberg/Insa Bernds · Bühne: Heinz Hauser · […]

von |Januar 24th, 2015|Kultur, Oper|Kommentare deaktiviert für CARMEN in der Neuköllner Oper|