Archiv für den Monat: Februar 2023

Antichrist in der Deutschen Oper

Oper in zwei AktenDeutsche Übersetzung von Inger und Walther Methlagl, für die kritische Edition überarbeitet von Monika WesemannRevidierte Fassung, BVN 192 [1930]Szenische Uraufführung am 2. Mai 1999 am Tiroler Landestheater in InnsbruckPremiere an der Deutschen Oper Berlin am 30. Januar 2022

Prolog

Die Menschheit ist verkommen und vom Glauben abgefallen. Luzifer beschwört den Antichrist aus dem Abgrund herauf. Er verleiht ihm in Form verschiedener Allegorien eine irdische Existenz. Gottes Stimme duldet die Präsenz des Antichrist. Er soll sich zeitweilig den Menschen offenbaren.

1. Akt

1. Bild: Das Unwegsamkeitslicht

Die Rätselstimmung und ihr Echo beschwören die Unsicherheit und Verwirrung der Menschen. Die Dekadenz der vom Glauben abgefallenen Gesellschaft spiegelt sich in der Erwartung einer ungewissen Zukunft, die mit Freude, aber auch mit Angst erwartet wird.

2. Bild: Die Hoffart

Der Mund, der große Worte spricht, ruft zu einem größenwahnsinnigen Lebensstil auf, der von Oberflächlichkeit, Materialismus und Egozentrik gekennzeichnet ist.

3. Bild: Die Hoffnungslosigkeit

Der Missmut verbreitet Pessimismus und Bitterkeit. Für ihn gibt es nur Leid und Qualen. Das Leben ist vollkommen nutzlos geworden.

2. Akt

4. Bild: Die Begierde

Die gro.e Hure führt die ausartende aber auch genussreiche Lebenswirklichkeit vor. Das Tier in Scharlach stimmt als ihr Begleiter in die Lobpreisung des irdischen Genusslebens ein und propagiert, dass der Mensch nur noch seinen Trieben folgen solle, um sich selbst endgültig zu befreien.

5. Bild: Streit aller gegen alle

Es herrscht Anarchie. Die Hure und die Lüge streiten darüber, wer von ihnen seine Machtansprüche gegenüber der Welt und den Menschen geltend machen kann. Aus diesem Konflikt heraus erw.chst der Hass, der ungezügelt um sich greift. Die Sterne beginnen zu fallen – das Jüngste Gericht steht bevor.

6. Bild: Die Verdammnis

Luzifer schwingt sich dazu auf, Gott für tot zu erklären und beginnt, die Lebenden und die Toten zu richten. Gottes Stimme vernichtet […]

von |Februar 25th, 2023|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Antichrist in der Deutschen Oper|

ANTIKRIST an der Deutschen Oper

Langgaards Hintergrund

Zuerst etwas über den Hintergrund des Komponisten, genauer gesagt seinen geistigen Hintergrund. Es ist ein sehr wichtiges Thema, nicht zuletzt in Bezug auf die Oper ANTIKRIST. Rued Langgaard wurde 1893 in Kopenhagen geboren in eine Familie, in der künstlerische und religiöse Fragen einen wichtigen Stellenwert hatten.  Die zentrale Figur war der Vater und Pianist Siegfried Langgaard. Er unterrichtete über dreißig Jahre lang am Konservatorium von Kopenhagen. Doch er war auch Musikphilosoph. Er entwickelte unter der Überschrift „Die Mission der Musik“ eine ganz eigene Philosophie. Vater Langgaard interessierte sich sehr für die Theosophie, vor allem für die Gedanken von Jakob Böhme. Ich weiß nicht, wie bekannt Böhme heute noch in Deutschland ist, er war ein deutscher lutherscher Mystiker aus der Zeit um 1600. Die Theosophie ist eine undogmatische Form des Christentums, in der unter anderem eigene, persönliche Erlebnisse eine entscheidende Rolle spielen.

„Die Mission der Musik“ ist einer Art Kunstreligion. In Kürze läuft es darauf hinaus, dass die Musik ein göttliches Erkenntnismittel ist. Durch die Musik erahnt man eine höhere, geistige Welt. Die Musik ist Träger von Botschaften und kann geistige Botschaften vermitteln.  

Etwas anders ausgedrückt kann man sagen, dass Langgaard Vater und Sohn der Auffassung waren, dass das musikalische Erlebnis, der Eindruck, den die Musik auf den Zuhörer zu machen vermag, in Wirklichkeit ein religiöses Erlebnis ist. Das Göttliche öffnet sich durch das Musikerleben. Den Zusammenhang kann man nicht erklären, doch die Wirkung der Musik kennen wir alle. Keine andere Kunstart kann wie die Musik in unserer Seele eine religiöse Saite rühren. Dieser Auffassung war in der Romantik durchaus üblich. Aber die Ideen kamen wieder im Symbolismus, der um 1900 in Dänemark eine prominente literarische Richtung war.

Die Musik erfüllt also ihre Mission als Instrument […]

von |Februar 24th, 2023|Allgemein|Kommentare deaktiviert für ANTIKRIST an der Deutschen Oper|

SIMON BOCCANEGRA an der Deutschen Oper

Oper in einem Prolog und drei AktenText von Francesco Maria Piave, Giuseppe Montanelli und Arrigo Boito nach dem Drama „Simón Bocanegra“ von Antonio García GutiérrezUraufführung der ersten Fassung am 17. März 1857 im Teatro La Fenice VenedigUraufführung der zweiten Fassung am 24. März 1881 im Teatro alla Scala MailandPremiere am 29. Januar 2023 an der Deutschen Oper BerlinFassung von 1881, ergänzt um das Vorspiel der Fassung von 1857

3 Stunden / Eine Pause

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

von |Februar 1st, 2023|Allgemein|Kommentare deaktiviert für SIMON BOCCANEGRA an der Deutschen Oper|