Johannespassion in der Philharmonie
mit Ingrid Höher
Pro Coro Konzert Westensee
Palestrina Messe
Missa brevis Nystedt
Zubin Mehta und Martin Grubinger
Martin Grubinger, der »Multi-Percussion-Star, der bei seinen Auftritten mit schwindelerregender Akrobatik zwischen seinen vielen Instrumenten hin und her tobt« (Süddeutsche Zeitung), debütiert bei den Berliner Philharmonikern. Zu hören ist Peter Eötvös’ Speaking Drums, wo Grubinger seine ganze atemberaubende Vielseitigkeit demonstrieren kann. Dirigent Zubin Mehta präsentiert zudem Edgard Varèses virtuoses Stück Intégrales und Nikolai Rimsky-Korsakows exotisch-bildkräftige Suite Scheherazade.
Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta Dirigent
Martin Grubinger Schlagzeug
Edgard Varèse
Intégrales für kleines Blasorchester und Schlagzeuger
Peter Eötvös
Speaking Drums, Vier Gedichte für Schlagzeug solo und Orchester
Martin Grubinger Schlagzeug
Nikolaj Rimsky-Korsakow
Scheherazade, Symphonische Suite op. 35
Lange wurde das Schlagzeug in der europäischen Kunstmusik eher stiefmütterlich behandelt. Denn obwohl Pauken, Trommeln und Becken an markanten Höhepunkten im Orchester immer mal wieder auftrumpfen durften, fristeten sie sonst ein Schattendasein – oft als bloße Taktgeber. Dies zu ändern, war erklärtes Ziel des Multiperkussionisten Martin Grubinger, dessen Palette von eruptiven Klangkaskaden bis zu zart verklingenden Glockentönen reicht. Vor allem ihm ist es zu verdanken, dass immer mehr Konzertbesucher perkussive Klangwelten für sich entdecken, in denen der athletische Einsatz des Spielers, die physische Präsenz und Wucht der Klänge sowie der Farbenreichtum des Instrumentariums sich zu einer faszinierenden, körperlich-sinnlichen Musik verbinden. Nicht umsonst ist die Aura der Extremsportart ein unverzichtbares Element der Trommelkunst.
Im Rahmen seines Debüts bei den Berliner Philharmonikern widmet sich Martin Grubinger dem Konzert für Schlagzeug und Orchester Speaking Drums, das Peter Eötvös für ihn komponiert hat. Der Werktitel ist Programm, denn der Solist hat hier nicht nur zu trommeln, sondern auch zu sprechen und zu rufen. »Ich habe das bei indischen Trommlern gesehen und gehört«, erklärte Eötvös 2016 in einem Interview. »Sie trommeln das, was sie sagen. Das heißt, sie sprechen einen bestimmten Text und in demselben Tempo, in demselben Rhythmus spielen sie Schlagzeug dazu. Dadurch wird es sehr farbig, aber auch sehr sprechend, als würden sie eine […]
Radialsystem Chor@Berlin: Prinzip Hoffnung IV – Die menschliche Ordnung Vocalconsort Berlin
A world premiere and an anniversary: as part of their five-part concert series „Prinzip Hoffnung“ (the principle of hope) on the occasion of their 15th anniversary, Vocalconsort Berlin, one of the best chamber choirs in Germany, will premiere a new composition at Chor@Berlin. With „alphabet“, and as a commission from the ensemble, Berlin composer Frank Schwemmer has set to music excerpts of the long poem of the same name by Danish poet Inger Christensen. „apricot trees exist, apricot trees exist“. With this single-line verse on the letter A, the poem „alphabet“ by Inger Christensen, one of the most important poets of the 20th century, begins. It ends with 610 lines on the letter N. In them, Christensen orders words and thus evokes the existence of things in order to save them from their possible disappearance in times of atomic and hydrogen bombs – because „hydrogen bombs exist / a plea to die / as people used to die / one day in ordinary / weather…“
mit Vocalconsort Berlin Leitung Ralf SochaczewskyPercussion Maria Schneider
Schaubühne „Ungeduld des Herzens“
Kritikenrundschau
Von einer „meisterlichen Herangehensweise an die hochreflektierte Erzählstrategie“ von Stefan Zweig spricht Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung (26.12.2015). Der hochdekorierte britische Schauspieler, Regisseur und Mitbegründer des koproduzierenden Tourneetheaters Complicité Simon McBurney inszeniere den einzig vollendeten Roman Zweigs „als eine Art epische Installation“, als „formbewusstes, präzises Sprechtheater mit sehr intensiven Klang- und Bildeffekten“.
„Ein paar Sätze nur und große Wirkung. Volle Entfaltung der literarischen Qualität des Buchs, seiner Musikalität. Wie viele Romanadaptionen hat man in den letzten Jahren auf den Bühnen gesehen, an der Schaubühne, überall! Wie viele flache Abende waren das, Etikettenschwindel!“ So staunt Rüdiger Schaper im Tagesspiegel (24.12.2015) über den Abend. Und weiter: „Dieses Theater hat Augen im Herz. Ihm geht vielleicht die große Sinnlichkeit ab, aber es besticht durch Intelligenz. Emotionale Intelligenz.“
Eine „geisterstundenhafte, konzentrierte, nur minimal kitschige Kunstübung“ hat Wolfgang Höbel erlebt, wie er auf Spiegel Online (23.12.2015) schreibt. Manchmal scheine es so, als sei das Theater des Regisseurs McBurney von der Kinobegeisterung des Erfolgsdarstellers McBurney infiziert, als wolle er austesten, ob der Zauber der Stefan-Zweig-Séance nachts im Museum durch solche plakativen Effekte womöglich in tausend Stücke birst. „Aber seine eindringliche, fast immer auf die Erzählkunst der Darsteller vertrauende ‚Ungeduld des Herzens‘-Beschwörung hält das locker aus.“
Wirkliche Bilder entstünden dabei nicht, kritisiert hingegen Eberhard Spreng im Deutschlandfunk (23.12.2015): „Was im Roman inneres Erleben ist, wird hier zum Bühnengetue.“ Erst im zweiten Teil der Aufführung bekomme McBurney mitunter den Kern des Romans in den Griff. Dennoch: Den Romanbogen „vermag die Inszenierung sowenig zu spannen, wie den gleichwohl vom Regisseur angestrebten Bezug zur Gegenwart“.
„So schlicht, ja karg die Anlage dieser Produktion daherkommt, so überladen wirkt sie doch von Anfang an“, findet André Mumot im Deutschlandradio Kultur (22.12.2015). Alles müsse ausillustriert und aufs Naivste bebildert werden. „Alles nämlich nimmt Simon McBurney ehrfürchtig beim Wort, alles wird eins zu eins in Bühnenaktionen und großes Pathos umgesetzt, nichts […]
Tugan Sokhiev dirigiert Borodin, Rachmaninow und Prokofjew
In diesem Konzert dirigiert Tugan Sokhiev, Leiter des Moskauer Bolschoi-Theaters, ein russisches Programm – unterstützt vom Chor seines legendären Opernhauses. Von archaischer Durchschlagskraft sind Alexander Borodins Polowetzer Tänze und Sergej Prokofjews Kantate Alexander Newski. Während in diesen Werken historische russische Kriegshelden besungen werden, thematisiert Sergej Rachmaninows opernhafte Szene Der Frühling ein intimes Seelendrama.
Berliner Philharmoniker
Tugan Sokhiev Dirigent
Chor des Bolschoi-Theaters Moskau
Valery Borisov Chor-Einstudierung
Vasily Ladyuk Bariton
Agunda Kulaeva Mezzosopran
Sergej Rachmaninow
Vesna (Der Frühling), Kantate für Bariton, gemischten Chor und Orchester op. 20
Valery Borisov Chor-Einstudierung, Vasily Ladyuk Bariton
Alexander Borodin
Polowetzer Tänze aus der Oper Fürst Igor (Originalfassung mit Chor)
Valery Borisov Chor-Einstudierung
Sergej Prokofjew
Alexander Newski, Kantate für Mezzosopran, gemischten Chor und Orchester op. 78
Agunda Kulaeva Mezzosopran
Silverster bei Moni
Mit Wofgang und Frau und Momme, ohne Michael


