WOYZECK

„Kannst du nicht sterben?“ „Still, alles still, als wär` die Welt tot.“ „Kann die Todsünde so schön sein?“ „Ich möchte mich nicht blutig machen.“ „Kannst du nicht sterben?“
Mißverständnisse, Eifersucht, Wahn, Drill, Liebe, Sehnsucht. Woyzeck verläuft sich im Labyrinth seiner eigenen Gefühle. Ein Getriebener, der zusätzlich noch den krankhaften Anforderungen seiner Umgebung willkürlich ausgesetzt ist.
Gleichzeitig ist es die Tragödie seiner Verlobten Marie. Auch sie wird zum Opfer ihrer Wünsche. Eine Geschichte über die verzweifelte Suche nach Liebe in einer Welt, die von Macht und Kriegen verroht ist, und keine Hoffnung zulässt.

Mit: Peter Miklusz (Woyzeck), Johanna Griebel (Marie), Luca Schaub (Tambourmajor), Raphael Dwinger (Andres), Antonia Bill (Margreth), Traute Hoess (Narr), Peter Luppa (Kind), Boris Jacoby (Hauptmann), Marko Schmidt (Unteroffizier), Matthias Mosbach (Unteroffizier), Marvin Schulze (Unteroffizier), Felix Lüke (Unteroffizier), Hannes Lindenblatt (Unteroffizier)

und: Sharon Joy Liedke, Carmen Romero Velasco, Heidrun Schug; Rainer Clemens, Riccardo Drews, Mario Erbherr, Oliver Gabbert, Thomas Göhing, Marcus Hahn, Raik Hampel, Bjoern Jarkowski, Franz Jarkowski, Carsten Kaltner, Robert Landschek, Marc Lippert, Paul Marwitz, Detlef Matthes, Haiko Neumann, Valentin Olbrich, David Pino Moraga, Alexander Petau, Michel Podwojski, Nils Rech, Benjamin Schwarweit, Thomas Schenk, Mathias Schlicht, Ralf Tempel, Christian Tiedge, Dietmar Lukas Treiber, Jan Wirdeier

Regie und Bühne: Leander Haußmann
Kostüme: Janina Brinkmann
Dramaturgie: Steffen Sünkel
Licht: Ulrich Eh
Ausbilder der Soldaten: Rainer Clemens

von |September 14th, 2014|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für WOYZECK|

Wie im Himmel im HOT

Der international gefeierte Dirigent Daniel Daréus erleidet beim Großen Finale eines Symphoniekonzerts auf offener Bühne einen Herzinfarkt. Ihm erscheinen Bilder seiner Kindheit auf dem Dorf, Erinnerungen an die Demütigungen seiner Jugend. Auf Anraten des Arztes sagt Daniel alle Verpflichtungen ab. Er kehrt zurück in sein Heimatdorf und mietet sich im ehemaligen Schulgebäude ein. Abseits vom Trubel der Welt will er »wieder hören lernen«. Doch das Dorf ist neugierig auf den berühmten Mann. Vor allem die lebensfrohe Lena schafft es, ihm näher zu kommen. Daniel willigt schließlich ein, den Kirchenchor zu leiten. Der ist ein Abbild der dörflichen Gemeinschaft. Jeder kennt jeden, jeder hat seine scheinbar feste Rolle zugewiesen bekommen. In der Arbeit mit dem heimgekehrten Künstler brechen alte Konflikte und Zuschreibungen auf: Der duldsame Holmfried wehrt sich zum ersten Mal gegen die Sticheleien der anderen, Gabriella stellt sich gegen ihren gewalttätigen Mann, und die Frau des frömmelnden Pfarrers entdeckt ihre Sinnlichkeit. Immer mehr Dorfbewohner finden im Chor Sinn und Zusammenhalt, immer weniger gehen zum Pfarrer in die Kirche. Unbeabsichtigt macht sich Daniel Feinde im Dorf – und auch ihm begegnen die alten Konflikte seines Lebens wieder.

› Stefan Otteni
Musikal. Leitung
› Bettina Ostermeier
Bühne u. Kostüme
› Anne Neuser

› Raphael Rubino
› Elzemarieke de Vos
› Wolfgang Vogler
› Melanie Straub
› Zora Klostermann
› Florian Schmidtke
› Rita Feldmeier
› René Schwittay
› Alexander Finkenwirth
› Michael Schrodt
› Christian Deichstetter
› Susi Wirth

von |Februar 27th, 2014|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Wie im Himmel im HOT|

Voces8 Eventide im Radialsystem

Das britische Vokalensemble Voces8 ist ein sehr erfolgreichstes Vocal-Ensemble aus England (very british) mit zwei Sängerinnen und sechs Sängern und einem Repertoire von mittelalterlicher Kirchenmusik bis zu Jazz- und Poparrangements.

Mir haben besonders die langsamen Stücke von Alexander Levine und Tallis gefallen. Es war schon sehr beeindruckend, aber so ganz sicher war ich mir nicht, ob dieser Mix, der natürlich auch ein Markenzeichen darstellt, so richtig gut zusammenpasst. Dennoch ein wirklich schöner Abend.

Thomas Weelkes (1576-1623): Alleluia, I Heard a Voice
Hieronymus Praetorius (1560-1629): Magnificat Quinti Toni
Duke Ellington (1899-1974), arr. Ben Parry: It Don’t Mean a Thing
Al Jolson (1886-1950), arr. Jim Clements: Me and My Shadow
Thomas Tallis (1505-1585): Te Lucis Ante Terminum (Festal Chant)
Franz Biebl (1906-2001): Ave Maria
Sergei Rachmaninov (1873-1943): Bogoroditsye Dyevo
Thomas Tallis (1505-1585), arr. Christian Forshaw: Te Lucis Ante Terminum (Ferial Chant)
Giovanni Gabrieli (1554-1612): Jubilate Deo
Trad., arr. David Blackwell: Steal Away
Thomas Morley (1557/8-1602): Fire! Fire!
Pierre Passereau (ca. 1490-1547): Il est Bel et Bon
Alexander Levine (*1955): Songs Sancti Augustini (1. Noli Abscondere a me Facem Tuam – 2. Quid est Ergo), Deutsche Erstaufführung
Simon and Garfunkel, arr. Voces8: 59th Street Bridge Song
Mumford & Sons, arr. Jim Clements: Timshel
Marvin Hamlisch (1944-2012) / Carol Bayer Sager (*1947), arr. Jim Clements: Nobody Does it Better
George Gershwin (1898-1937), arr. Jim Clements: Slap that Bass

von |Februar 15th, 2014|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Voces8 Eventide im Radialsystem|

Theater kommt in der Volksbühne auch ohne Worte aus

Nachdem Michael es im letzten Jahr nicht geschafft hatte, in „Murmel Murmel“ zu gehen, haben wir für das Nachfolgestück „Ohne Titel Nr.1“ in der Volksbühne Karten besorgt.

Tatsächlich wurde kein Wort (zumindest kein verständliches) gesprochen. Dafür wurde Musik gemacht, getanzt und es gab Szenen aus dem wahren Leben zu sehen, die tatsächlich keine Worte brauchten, um verstanden zu werden. Es war einfach eine gigantische bunte Show, bei der es viel Spaß gemacht hat, zuzusehen.

Bettina aber am meisten von dem Sprung einer gelb-berockten kleinen Schauspielerin über das überdimensionierte Sofa begeistert, das während der ganzen Vorstellung die einzige Requisite auf der Bühne darstellte.

Leider konnte Michael dann doch nicht mitkommen. Wir haben Ihm dringend geraten, sich das Stück noch einmal anzusehen. Das wird er jetzt auch zusammen mit Anja und Harald machen. Viel Spass!

Mit: Florian Anderer, Matthias Buss, Nora Buzalka, Werner Eng, Patrick Güldenberg, Jonas Hien, Wolfram Koch, Inka Löwendorf, Annika Meier, Ruth Rosenfeld, Axel Wandtke, Hubert Wild, Ingo Günther, Fabrizio Tentoni und Michael Rowalska

Regie und Bühne: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Licht: Torsten König
Musik: Ingo Günther, Herbert Fritsch
Ton: Klaus Dobbrick
Video: Konstantin Hapke
Dramaturgie: Sabrina Zwach

von |Januar 23rd, 2014|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Theater kommt in der Volksbühne auch ohne Worte aus|

Mozart und Schostakowitsch in der Philharmonie

Niemand, der die Altersgrenze von sechs Jahren überschritten hat, kann ohne Zuhilfenahme von Stimmungsaufhellern so frohgemut in die Welt gucken und gehen wie Menahem Pressler. Als der Pianist am Freitagabend − mit eben diesem Blick und Gang − den Saal der Philharmonie betrat, wurde die Winternacht zum Sommertag, und schon der Auftrittsapplaus des Publikums dauerte so lange wie bei manchen Künstlern der Schlussapplaus. Einige Gäste erhoben sich sogar von ihren Plätzen. Das war dem Anlass durchaus angemessen, denn Pressler − mehr als ein halbes Jahrhundert lang der Pianist des Beaux Arts Trios, ein Kammermusiker, den die größten Virtuosen seiner Zunft bewundert haben − gab bei den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Semjon Bytschkow sein Debüt als Solist. Am 16. Dezember ist er neunzig Jahre alt geworden (Berliner Zeitung).

BERLINER PHILHARMONIKER
SEMYON BYCHKOV Dirigent
MENAHEM PRESSLER Klavier
Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester G-Dur KV 453

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 11 g-Moll op. 103 »Das Jahr 1905«

Menahem Pressler wurde 1923 in Magdeburg geboren und emigrierte 1939 nach Israel, wo er u. a. bei Eliahu Rudiakov und Leo Kestenberg Klavier studierte. Nachdem er beim Internationalen Debussy-Wettbewerb in San Francisco 1946 mit dem 1. Preis ausgezeichnet worden war, folgte sein Amerika-Debüt beim Philadelphia Orchestra (Dirigent: Eugene Ormandy). Zahlreiche Auftritte bei international bedeutenden Orchestern in den USA und in Europa schlossen sich an. Menahem Pressler verfolgte bereits fast 10 Jahre lang eine erfolgreiche Solo-Laufbahn, als er seine beispiellose Karriere als Kammermusiker begann: Als Gründungsmitglied des Beaux Arts Trios, mit dem er 1955 beim Berkshire Music Festival debütierte, war der Künstler für 55 Jahre lang als einziger Pianist verbunden; das legendäre Klaviertrio, dem zuletzt auch Daniel Hope (Violine) und Antonio Meneses angehörten, existierte bis 2008. Neben seinen Konzerten mit dem Beaux Arts Trios […]

von |Januar 12th, 2014|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Mozart und Schostakowitsch in der Philharmonie|

Die Perser im Deutschen Theater

480 v. Chr. verloren die Perser in der Schlacht bei Salamis gegen die ihnen zahlenmäßig weit unterlegenen Griechen. Acht Jahre später schrieb Aischylos die älteste überlieferte Tragödie der Weltliteratur. Ein Grieche spricht zu Griechen, als wäre er ein Perser und stellt nicht den Sieg, sondern die Katastrophe der Niederlage dar. In Botenberichten, Litaneien, Dialogen und Erklärungen rückt etwas Verborgenes, in dunklen Ahnungen und Befürchtungen sich Abzeichnendes immer stärker ins Sichtbare. Die Erkenntnis der Niederlage fügt sich zu einem einzigen langen Schrei.

von |Januar 9th, 2014|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Die Perser im Deutschen Theater|

Philharmonie Pēteris Vasks

Ein Weihnachtskonzert ohne Weihnachtsmusik. Aber sehr nordisch mit Fokus auf Lettland und Brahms. Im Programmheft wurde auf die nordeuropäische Stammesgeschichte und das grüblerische und Spröde des nordischen Menschenschlags verwiesen.

Die Musik war wie wir auch natürlich in keiner Weise spröde oder depressiv. Beeindruckend besonders das  Cantabile für Streicher (1979) von Pēteris Vasks, der  1946 im lettischen Aizpute geboren wurde. Das Stück hatte aleatorische Abschnitte, in denen die Musiker tun dürfen, was ihnen beliebt – es klang ganz schwingend und lichterfüllt – sehr weihnachtlich. Vasks wollte nach eigenen Worten zum Ausdruck bringen, »wie schön und harmonisch die Welt ist«, das ist ihm gelungen.

Die dem folgende lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča konnte ziemlich hoch singen und wollte wohl das  auch hauptsächlich zum Ausdruck bringen. Die Musik eines unbekannten lettischen Komponisten, die sie betont empathisch vortrug, konnte mehr Bettina als mich begeistern und den abschliessenden Brahms fanden wir beide streckenweise etwas langweilig. 

von |Dezember 21st, 2013|Konzert, Kultur|0 Kommentare|

Nervenschmerz und avantgardistisches Theater

Western Society im HAU2. Die Handlung bestand im Nachspiel des am seltensten herunter geladenen  Youtube Clips des letzten Jahres. Während der Clip nur 4 Minuten lang war, dauerte das Stück unter Mitwirkung des Publikums etwa 2 Stunden. Was nach Meinung von Reinfried, den wir zu dieser avantgardistischen Aufführung aus Kiel eingeladen hatten, um ihm beeindruckende Einblicke in die Berliner Theaterszene zu vermitteln, in nordischer Kürze in etwas weniger Zeit hätte abgehandelt werden können.

Ich habe mich jedoch sehr gut amüsiert. Bettina leider weniger, da  bei ihr nicht das Stück einen Nerv getroffen hat, sondern offensichtlich  Knochen ihrer Wirbelsäule, was schon seit mehreren Tagen jeden Genuss erschwerte.

von |November 22nd, 2013|Kultur, Theater|1 Kommentar|

Konzert in der Philharmonie

SIR SIMON RATTLE Dirigent
BERLINER PHILHARMONIKER
Pierre Boulez
Notations I, VII, IV, III und II

Anton Bruckner
Symphonie Nr. 7 E-Dur

 
 

von |März 31st, 2013|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Konzert in der Philharmonie|

Votre Faust im Radialsystem

Zusammen mit Michael und Jessica.

Erstmalig ist „Votre Faust“, die 1969 uraufgeführte „variable Oper“ des belgischen Komponisten Henri Pousseur und seines französischen Librettisten Michel Butor, in Berlin zu erleben, mit all ihren bisher ungezeigten Facetten. In dieser aktualisierten Faust-Version geht der junge Komponist Henri einen Pakt mit einem diabolischen Theaterdirektor ein. Eine neue Oper soll entstehen, einzige Bedingung: Es muss ein Faust sein. Über den Fortgang von Musik und Handlung entscheidet das Publikum. Rettet es die Kunst oder den Künstler? Gibt es ein privates Glück für Henri oder ein neues Meisterwerk? Aber Vorsicht: Gespielt wird nach den Regeln des Teufels.

Henri Pousseur und Michel Butor reflektieren auf fulminante und amüsante Weise das Genre Oper in seinem Beziehungsgeflecht zwischen künstlerischem Anspruch, ökonomischer Zwangslage und einem kapriziösen Publikumsgeschmack. Sie spielen mit biographischen Selbstreflexionen ebenso wie mit Zitaten aus Literatur und Musik. „Eines der wichtigsten Werke der Nachkriegszeit“, schreibt 1969 Der Spiegel.

Dirigent Gerhardt Müller-Goldboom, der komplexeste neue Partituren in sinnliche Klang-Erlebnisse verwandelt, das Ensemble für Gegenwartsmusik, work in progress – Berlin, sowie das Vocalconsort Berlin setzen mit „Votre Faust“ ihre erfolgreiche Zusammenarbeit im RADIALSYSTEM V fort. Regie führen Aliénor Dauchez und der Intendant des Baseler Theaters, Georges Delnon. Sie vereinen in ihrer Inszenierung Musiker, Sänger, Schauspieler und Publikum auf einem Jahrmarkt, dem Ort der ultimativen Unterhaltung. Drei bildendende Künstler wurden beauftragt, die Buden zu gestalten.

von |März 30th, 2013|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Votre Faust im Radialsystem|