Ein Weihnachtskonzert ohne Weihnachtsmusik. Aber sehr nordisch mit Fokus auf Lettland und Brahms. Im Programmheft wurde auf die nordeuropäische Stammesgeschichte und das grüblerische und Spröde des nordischen Menschenschlags verwiesen.

Die Musik war wie wir auch natürlich in keiner Weise spröde oder depressiv. Beeindruckend besonders das  Cantabile für Streicher (1979) von Pēteris Vasks, der  1946 im lettischen Aizpute geboren wurde. Das Stück hatte aleatorische Abschnitte, in denen die Musiker tun dürfen, was ihnen beliebt – es klang ganz schwingend und lichterfüllt – sehr weihnachtlich. Vasks wollte nach eigenen Worten zum Ausdruck bringen, »wie schön und harmonisch die Welt ist«, das ist ihm gelungen.

Die dem folgende lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča konnte ziemlich hoch singen und wollte wohl das  auch hauptsächlich zum Ausdruck bringen. Die Musik eines unbekannten lettischen Komponisten, die sie betont empathisch vortrug, konnte mehr Bettina als mich begeistern und den abschliessenden Brahms fanden wir beide streckenweise etwas langweilig.