CHOR@BERLIN: ARVO PÄRT – KANON POKAJANEN

MDR Rundfunkchor

Der preisgekrönte MDR Rundfunkchor unter der Leitung von Risto Joost eröffnet Chor@Berlin mit Arvo Pärts abendfüllendem „Kanon Pokajanen“. In der Auseinandersetzung mit dem Bußkanon der russisch-orthodoxen Tradition schuf Pärt ein von der Sprache ausgehendes Chorstück, das so wohl nicht von ihm erwartet worden wäre: „Ich wollte dem Wort die Möglichkeit geben, seinen eigenen Klang zu wählen, seine melodische Linie selbst zu zeichnen… so entstand – auch für mich etwas überraschend – eine Musik, ganz durchdrungen von dem eigenartigen Charakter dieser besonderen, nur in Kirchentexten verwendeten slawischen Sprache.“ „Kanon Pokajanen“ ist eine Auftragskomposition zum 750-jährigen Jubiläum der Grundsteinlegung des Kölner Domes (1998).

Der MDR Rundfunkchor als größter und traditionsreichster Chor des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gilt unter Experten als einer der besten. Dirigenten wie Herbert von Karajan, Kurt Masur, Claudio Abbado, Simon Rattle oder Roger Norrington haben dem MDR Rundfunkchor dabei bereits ihre Reverenz erwiesen. Weltliche und geistliche Musik, Ensemblegesang sowie Chorsinfonik gehören gleichermaßen zum Repertoire, das beinahe ein Jahrtausend Musikgeschichte umspannt. Als Spezialensemble für Zeitgenössische Musik haben sich die rund 75 Choristen durch zahlreiche Ur- und Erstaufführungen einen Namen gemacht. Nahezu 200 Schallplatten und CDs – viele davon preisgekrönt – hat das Ensemble in seiner über 60-jährigen Geschichte aufgenommen. 2013 wurde der Chor mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet.

Chor@Berlin 2016 – Das Vokalfest im RADIALSYSTEM V
Junge Ensembles, lebendige Stimmen und außergewöhnliche Programme stehen im Zentrum der mittlerweile sechsten Ausgabe des Festivals. Mit hochkarätigen Chorkonzerten, Workshops und Mitsingaktionen lädt der Deutsche Chorverband vom 25. bis 28. Februar im RADIALSYSTEM V erneut dazu ein, die Vielfalt der Vokalmusik zu entdecken.

Auf dem Konzertprogramm stehen in diesem Jahr unter anderem „Nacht Lieder“: Soundscapes, elektronische Musik und Videos des hektischen Großstadtalltags bilden die Basis für die musikalische Suche nach Ruhe in dieser […]

von |Februar 25th, 2016|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für CHOR@BERLIN: ARVO PÄRT – KANON POKAJANEN|
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    Christian Thielemann und Maurizio Pollini interpretieren Chopin

Christian Thielemann und Maurizio Pollini interpretieren Chopin

Maurizio Pollinis legendäre Chopin-Aufnahmen dürfen in keiner Musiksammlung fehlen. In der Philharmonie präsentiert er nun mit Christian Thielemann das Erste Klavierkonzert. Auch sonst kreist der Abend um die Romantik: mit Schumanns Genoveva-Ouvertüre, Aribert Reimanns Schumann-Fragmenten und Orchesterstücken aus Strauss’ Oper Intermezzo, die virtuos zwischen spätromantischem Klangrausch und zukunftsweisender Originalität changieren.

Berliner Philharmoniker
Christian Thielemann Dirigent
Maurizio Pollini Klavier
Robert Schumann
Ouvertüre zur Oper Genoveva op. 81
Frédéric Chopin
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll op. 11
Maurizio Pollini Klavier
Aribert Reimann
Sieben Fragmente für Orchester in memoriam Robert Schumann
Richard Strauss
Vier symphonische Zwischenspiele aus Intermezzo op. 72

von |Januar 14th, 2016|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Christian Thielemann und Maurizio Pollini interpretieren Chopin|

Spätromantisches Schwärmen

An Camille Saint-Saëns’ Orgelsymphonie gibt es viel zu bewundern: Extrem facettenreich ist dieses originelle Werk – einerseits duftig und zart, andererseits im Orgel-Finale feierlich brausend. Wie die Symphonie werden auch die anderen Werke dieser Konzerte mit Zubin Mehta von spätromantischem Schwärmen durchzogen: Franz Schmidts Zwischenspiel aus der Oper Notre Dame und Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert mit Gil Shaham als Solist.
Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta Dirigent
Gil Shaham Violine
Thierry Escaich Orgel
Franz Schmidt

Zwischenspiel aus der Oper Notre Dame
Erich Wolfgang Korngold

Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35

Gil Shaham Violine
Camille Saint-Saëns

Symphonie Nr. 3 c-Moll op. 78 »Orgelsymphonie«

Thierry Escaich Orgel

Kino im Kopf
Anmerkungen zu Werken von Franz Schmidt, Erich Wolfgang Korngold und Camille Saint-Saëns
Oper und Film – Franz Schmidts Oper Notre Dame

Der österreichische Komponist, Pianist, Cellist und Dirigent Franz Schmidt war im Wiener Musikleben des Fin de siècleeine durchaus prominente Figur. Sein Œuvre umfasst Klavier- und Orgelwerke, Kammermusik, vier Symphonien, konzertante Variationen für Klavier und Orchester und (als beeindruckendes Spätwerk) das 1937 vollendete Apokalypse-Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln.Die Leidenschaft für das Orchester hatte Schmidt, von 1896 bis 1911 als Cellist den Wiener Philharmoniker angehörte, schon früh entdeckt. Seine Erste Symphonie war 1899 mit dem Beethoven-Preis der Gesellschaft der Musikfreunde ausgezeichnet worden, und auch die Uraufführung des Zwischenspiels aus einer unvollendeten romantischen Oper am 6. Dezember 1903 fand reichlich Beifall – wobei der Titel eigentlich eine Irreführung war: Schmidt hatte mit der Arbeit an der »unvollendeten« Oper noch gar nicht richtig begonnen. Zwischen 1904 und 1906 entstand dann der Zweiakter Notre Dame, nach dem Roman Notre-Dame de Paris von Victor Hugo, der zuvor schon drei Mal auf die Opernbühne gebracht worden war. Bereits 1836 – fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Romans – hatte die Französin Louise Angélique Bertin ein Original-Libretto Hugos […]

von |September 24th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Spätromantisches Schwärmen|

Eröffnungskonzert Musikfest Berlin: Arnold Schönberg

Staatskapelle Berlin

Eröffnungskonzert

Arnold Schönberg [1874–1951]
Verklärte Nacht für Streichorchester op. 4 [1899/1917]

Arnold Schönberg
Fünf Orchesterstücke op. 16 [1909]

Arnold Schönberg
Variationen für Orchester op. 31 [1926–1928]

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
in Kooperation mit der Staatsoper Unter den Linden

Staatskapelle Berlin
Daniel Barenboim Leitung

„Es gelang ihm, all das, was vor ihm geschrieben wurde, zusammenzufassen – und doch zeigt er uns im gleichen Moment den Weg in die Zukunft.“ Mit diesen pointierten Worten benannte Daniel Barenboim die epochale Leistung des Komponisten Arnold Schönberg. Der leidenschaftliche wie charismatische Schönberg-Interpret deutete damit zugleich an, welcher Herausforderung sich jeder Musiker, der sich mit dem Komponisten beschäftigt, bis heute zu stellen hat: Nämlich der Herausforderung, in jedem Moment der Aufführung die Gegenpole in der musikalischen Persönlichkeit dieses janusköpfigen Künstlers auf gedanklich klare und zugleich sinnliche Weise in Verbindung zu bringen. Dass Schönberg zugleich Denker und Geschichtenerzähler, Bilderstürmer und Klangfarbenmaler, Nostalgiker und Visionär sein konnte, das ist in drei Schlüsselwerken aus seinen zentralen Schaffensphasen zu hören. In ihnen lässt sich unter anderem erleben, wie Schönberg das nächtliche Geständnis einer verschwiegenen Vaterschaft auf provozierende Weise romantisch schildert, die Farben eines Sommermorgens am See expressionistisch deutet und seinen endgültigen Aufbruch in die Moderne mit den Tönen B-A-C-H signiert.

Das Musikfest Berlin 2015 eröffnet damit sein diesjähriges Programm. In den darauffolgenden Konzerten tritt das Schaffen Arnold Schönbergs zusammen mit der Musik seines Zeitgenossen, dem Dänen Carl Nielsen, in einen Dialog mit den Werken Gustav Mahlers.

TAGESPIEGEL

Eröffnung Musikfest Berlin
Ewige Avantgarde
04.09.2015 Von Frederik Hanssen

Prekäre Liebesszenen: Daniel Barenboim und die Staatskapelle eröffnen das Musikfest Berlin mit Werken von Arnold Schönberg und erweisen sich als erhellende Erzähler mit bewundernswerter Konzentrationsfähigkeit.

„Ich weiß gar nicht, was immer für ein Gewese um diesen Schönberg gemacht wird“, wendet sich die elegant gekleidete Dame auf dem Weg zum Pausensekt […]

von |September 12th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Eröffnungskonzert Musikfest Berlin: Arnold Schönberg|

Fausts Verdammnis

»Fausts Verdammnis« mit Simon Rattle, Joyce DiDonato und Charles Castronovo

In »Fausts Verdammnis« geht es weniger um die philosophische Dimension des Stoffes als um Leidenschaft, Konflikte und eben die effektvolle Verdammnis des Protagonisten. Klangmagier Hector Berlioz schafft hier eine suggestive, imaginäre Oper, die in unserem Konzert von Simon Rattle und zwei prominenten amerikanischen Sängern interpretiert wird: Joyce DiDonato als Marguerite und Charles Castronovo als Faust. Als Mephisto ist Ludovic Tézier dabei.
Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle Dirigent
Charles Castronovo Tenor (Faust)
Joyce DiDonato Mezzosopran (Marguerite)
Ludovic Tézier Bass (Méphistophélès)
Florian Boesch Bass (Brander)
Rundfunkchor Berlin
Simon Halsey Einstudierung
Hector Berlioz

La Damnation de Faust, dramatische Legende op. 24

Für La Damnation de Faust schuf Hector Berlioz einen eigenen Text, der in shakespearescher Manier Leidenschaft und Groteske der handelnden Akteure in den Mittelpunkt rückt: »Ich hatte mich nicht dazu verpflichtet, Goethes Plan zu folgen […].« So erscheint in dem zwischen Oper und Chorsymphonie changierenden Werk Faust als byronscher Melancholiker, dem einzig die im Titel erwähnte Verdammung bleibt. Nicht an ihm sondern an Marguerite entzündete sich Berlioz’ kompositorische Fantasie, ebenso wie an den Genrebildern wie der Studentenszene, die musikalisch großen Raum einnimmt.

Dabei erweist sich die Partitur als wahre Fundgrube charakteristischer Instrumentalfarben, die Berlioz (der kurz zuvor seinen berühmten Grand Traité d’instrumentation et d’orchestration modernes fertig gestellt hatte) einmal mehr als brillanten Meister der Instrumentationskunst ausweisen – etwa, wenn die sonst vernachlässigten Bassregister der Bläser der Sphäre von Méphistophélès einen schaurig-düsteren Ton verleihen oder die Ballettnummern mit äußerst delikaten Holzbläsersätzen versehen werden. Daran, dass die von Sir Simon Rattle dirigierten Berliner Philharmoniker Berlioz’ Klangfarbenzauber brillant in Szene setzen werden, wird wohl niemand zweifeln. Neben der Mezzosopranistin Joyce DiDonato (Marguerite), die mit »unvergleichbarer, göttlicher Stimme« (The Times) und makelloser Technik von sich reden macht und 2012 ihr philharmonisches Debüt feierte, […]

von |April 10th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Fausts Verdammnis|

Cello Cinema

Im Programm ‚CelloCinema’ präsentieren Eckart Runge und Jacques Ammon Originalkompositionen und eigene Arrangements aus dem reichen Genre der Filmmusik. Dabei lassen die Künstler große Klassiker wie Chaplin, Morricone oder Hitchcock aufleben und geben auch faszinierende Einblicke in verborgene Winkel der Geschichte des Films. Unterstützt werden sie dabei von dem Pantomime-Duo Bodecker und Neander.
Im Kino sind es vor allem die Bilder, die die Geschichten erzählen, aber erst die Musik verleiht ihnen ihre jeweilige Stimmung und ihren besonderen Ausdruck. Ja, die Musik kann die Bilder sogar, lange nachdem sie verflogen sind, wieder vor unser Auge der Imagination zurück zaubern! So entführen Eckart Runge und Jacques Ammon das Publikum durch den kammermusikalisch-farbigen Dialog von Cello und Klavier in ein ‚Kino der inneren Leinwand’. Zugleich werden ungeahnte Bezüge der Musik zum Film und deren Geschichte dem Publikum näher gebracht, die inhaltlich durch die Moderation des Cellisten unterhaltsam vertieft werden.

von |März 19th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Cello Cinema|

Horst Evers im Mehringhof Theater

Hinterher hat Man’s Meist Vorher Gewußt

Was immer warum, weshalb, wodurch und wann auch irgendwie, irgendwo passiert ist. Einige der Freunde von Horst Evers haben es stets schon lange vorher gewusst. Schon immer eigentlich. Egal, wie überraschend ein Ereignis auch eingetreten ist, der Kommentar der Freunde beschränkt sich in der Regel auf ein souveränes: „Das war doch klar.“ Ob NSA, Lebensmittelskandale oder auch wirklich erstaunliche und umfangreiche private Katastrophen. Die Freunde haben’s immer schon vorher gewusst. Das aber natürlich erst, nachdem es passiert ist.

Es gibt eigentlich nicht viel zu bereden über das neue Programm von Horst Evers. Er erzählt Geschichten. Liest, ruft, dröhnt, zischt und wummert sie heraus, dass es nur so eine Art hat. Die Leute lachen sehr, sehr viel, und selbst wenn er mit großer Freude ein Lied ganz ohne Musik singt, nimmt ihm das keiner krumm. Ganz im Gegenteil sogar. Es ist sehr viel drin in diesem Abend, wie immer verpackt in vielen kleinen, harmlos beginnenden Geschichten. Vor allem aber ist es ein grandioser Spaß. Für das Publikum, genauso wie für Horst Evers selbst.

Aber damit man das hinterher eigentlich auch meist schon vorher gewusst haben kann, muss man es natürlich erst mal gesehen haben. Ist echt eine richtig amtlich gute Sache, das.

von |März 11th, 2015|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Horst Evers im Mehringhof Theater|

Sibelius-Abend mit Simon Rattle und Leonidas Kavakos

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle Dirigent
Leonidas Kavakos Violine
Jean Sibelius

Symphonie Nr. 3 C-Dur op. 52
Jean Sibelius

Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47

Leonidas Kavakos Violine
Jean Sibelius

Symphonie Nr. 4 a-Moll op. 63

»Strenge, Stil und Logik«
Die Symphonien und das Violinkonzert von Jean Sibelius
Positionsbestimmungen

»Die moderne Symphonie ist ein Tonwerk für volles Orchester, nach den Formumrissen und der inneren Gliederung eine Gattung der Sonate, sie besteht gewöhnlich aus vier Sätzen: Allegro, Andante oder Adagio oder Largo, Menuett oder Scherzo und Allegro oder Final.« So einfach, kurz und bündig diese Definition einer »modernen Symphonie« in Oscar Pauls Handlexikon der Tonkunst (Leipzig 1873) auch scheint, so wenig konnte sie einem »modernen« Komponisten des späten 19. Jahrhunderts als Wegweiser dienen: Wer damals einem »Tonwerk für volles Orchester« den Gattungstitel »Symphonie« gab, musst eine zentnerschwere Last schultern.

Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sich die Form der Sinfonia– der italienischen Opern-Ouvertüre – als eigenständiges, dreisätziges Orchesterwerk herausgebildet und war schnell in ganz Europa angenommen worden. Komponisten wie Giovanni Battista Sammartini, Luigi Boccherini und François-Joseph Gossec, die Bach-Söhne und die Köpfe der »Mannheimer Schule« bereiteten ihr den Weg zur überreichen Blütezeit der Wiener Klassik – zu den Symphonien Joseph Haydns und Wolfgang Amadeus Mozarts. Doch bereits 1824 erreichte die Gattung mit Ludwig van Beethovens Neunter einen Punkt, nach dem das Schreiben von Symphonien obsolet, wenn nicht unmöglich geworden zu sein schien. »Die Symphoniker seit Beethoven haben die Form nicht mehr weiter zu entwickeln vermocht«, stellt 1894 Hugo Riemanns Musik-Lexikon in seiner 4. Auflage fest; »nichtsdestoweniger würde es ein arger Fehlschuß [sic!] sein, wollte man sie als ausgelebt ansehen; die Symphonien von Schumann, Brahms, Raff, Anton Rubinstein beweisen, daß sie noch zur Füllung mit immer neuem Inhalt tauglich ist.« Weniger optimistisch äußert sich 1889 Sir George Grove in […]

von |Januar 28th, 2015|Allgemein, Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Sibelius-Abend mit Simon Rattle und Leonidas Kavakos|

CARMEN in der Neuköllner Oper

„Carmen, du bist mein Leben!“ José begehrt Carmen, verlässt seine Welt, wird für sie (?) illegal. Carmen ist schön, eine Fremde, ohne gültige Papiere. José folgt Carmen und – tötet sie.

FEUER DER GEFÜHLE
Tötet, was er zum Leben braucht…. Die bekannteste Oper der Welt erzählt von der größten, schönsten und gefährlichsten Kraft im Menschen. Aus Liebe und Begehren wird Besitzen, und was sich nicht besitzen lässt… Doch vielleicht tötet der Polizist José nicht nur die eigen-willige Frau, sondern mit ihr auch das Fremde schlechthin, das sich nicht unterordnen lässt? Wie offen Carmen vom Leben unter der Krise erzählt! Ein Polizist tötet eine Illegale, am Grenzzaun unserer Gesellschaft, dort wo sich entscheidet, wer drinnen ist und wer draußen bleiben muss. Zu den „Zigeunern“ und „Schmugglern“ im Original würde man heute sagen: Roma und Sinti, meist aus dem »Schattenreich Europas«, Rumänien und Bulgarien. In Berlin leben darüber hinaus geschätzte 50.000 Menschen jedweder Herkunft ohne Papiere, illegal. Neukölln ist ein Kulminationsort dieser Schattenbürger und ihres Ringens um Aufnahme und Legalität. So ausgegrenzt, steht Carmen für einen bewundernswerten Kampf um Freiheit.

AusGRENZEN
In Berlin, Rom und andernorts in Europa kochen zurzeit wieder heftige Gefühle hoch, die sich in Fremdenhass entladen. Auf Basis von Recherchen dazu spielen wir Bizets großartige Oper mit einem wunderbaren, jungen und temperamentvollen Ensemble neu, nah am Original und an unserer Wirklichkeit.

EIN EUROPÄISCHES PROJEKT
Carmen ist die pan-europäische Oper schlechthin in einer EU der Ausgrenzung und Massenarbeitslosigkeit unter Jugendlichen. Auf unsere Initiative entstehen anderenorts weitere Carmen-Projekte, z. B. in Barcelona mit vier jungen spanischen Komponisten und Autoren. Wir hoffen, diese im Herbst als Gastspiel zeigen zu können.

Inszenierung: David Mouchtar-Samorai · Arrangement: Bijan Azadian · Textbuch, Dramaturgie: Bernhard Glocksin · Musik. Ltg: Hans-Peter Kirchberg/Insa Bernds · Bühne: Heinz Hauser · […]

von |Januar 24th, 2015|Kultur, Oper|Kommentare deaktiviert für CARMEN in der Neuköllner Oper|

Das etwas andere Neujahrs-Konzert

MozART-Group – Die verrückte Klassik-Show
Das brandneue Programm:
„Wir ziehen neue Saiten auf!“

Filip Jaślar Violine
Michał Sikorski Violine
Paweł Kowaluk Viola
Boles.aw Błaszczyk Violoncello

Lieben Sie Salut Salon, Joja Wendt, Bodo Wartke und Hans Liberg, oder sind Fan von Blechschaden? Wenn ja, dann werden Sie die Mozart Group lieben. Die vier befrackten Herren sind davon überzeugt, dass klassische Musik so richtig Spaß machen kann, ja machen muss. Die Streicher-Solisten sind nicht nur absolute Könner auf ihren Instrumenten, sondern auch Virtuosen des Humors und der musikalischen Unterhaltung. Mit ihren brillanten musikalischen Darbietungen gepaart mit wunderbar komischen Slapstick-Einlagen produziert die Mozart Group bei jedem Publikum ganz schnell Lachsalven in Serie und lässt die Augen vor Freudentränen glänzen. Über sich selbst sagen die Musiker: „Wir trotzen dem Ernst der Konzertsäle, dem grauen Musikeralltag, aber auch Rock-, Rap- und Popfans, die vor der Klassik flüchten. Dabei behandeln wir unsere Mutter Musik mit Witz und Ironie und sind sicher, dass sie uns das nicht übelnimmt.“ In Frankreich und Polen, in den USA und Japan sind sie schon Superstars, jetzt erobern sie auch Deutschland.

von |Januar 6th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Das etwas andere Neujahrs-Konzert|