Lutz Uharek

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    Christian Thielemann und Maurizio Pollini interpretieren Chopin

Christian Thielemann und Maurizio Pollini interpretieren Chopin

Maurizio Pollinis legendäre Chopin-Aufnahmen dürfen in keiner Musiksammlung fehlen. In der Philharmonie präsentiert er nun mit Christian Thielemann das Erste Klavierkonzert. Auch sonst kreist der Abend um die Romantik: mit Schumanns Genoveva-Ouvertüre, Aribert Reimanns Schumann-Fragmenten und Orchesterstücken aus Strauss’ Oper Intermezzo, die virtuos zwischen spätromantischem Klangrausch und zukunftsweisender Originalität changieren.

Berliner Philharmoniker
Christian Thielemann Dirigent
Maurizio Pollini Klavier
Robert Schumann
Ouvertüre zur Oper Genoveva op. 81
Frédéric Chopin
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll op. 11
Maurizio Pollini Klavier
Aribert Reimann
Sieben Fragmente für Orchester in memoriam Robert Schumann
Richard Strauss
Vier symphonische Zwischenspiele aus Intermezzo op. 72

von |Januar 14th, 2016|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Christian Thielemann und Maurizio Pollini interpretieren Chopin|
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    Von einem der auszog, weil er sich die Miete nicht mehr leisten konnte

Von einem der auszog, weil er sich die Miete nicht mehr leisten konnte

Von einem der auszog, weil er sich die Miete nicht mehr leisten konnte
Oper von Dirk von Lowtzow und René Pollesch

Das war sie also, die Geschichte von mir und Dingsda. Es war zu Ende. Das Begehren war weg und merkwürdigerweise auch die Realität. Ich hätte vielleicht erwartet, dass ich den Realitätssinn verliere, so wie früher, wenn deine Worte und Versprechungen und das was dann passierte, nicht mehr in den Rahmen dessen passte, was ich an Vorverständnis für Szenerien mitbringen konnte. Aber diesmal, und es wird unser letztes Mal gewesen sein, war es anders. Das, was ich die wirkliche Welt nenne, die, die wir eben so verstehn können, und auseinandernehmen und auch verbessern, ist in dem Moment kollabiert, und hat sich ganz und gar aufgelöst. Es gibt dich nicht mehr. Ich meine, begehrenstechnisch, und ich frage mich, wie du vor mir verschwinden konntest. Weißt du, zu sagen, dass du für mich gestorben bist, trifft es ja nicht. Damit wischt man ja nur das Problem weg und ignoriert, was da vor einem steht, das elementare phantasmatische Objekt. Weißt du, wenn jemand wie ich, so viele Geschichten zusammengetragen hat, über alle Zustände, in denen ich mit dir war, und diese Geschichten, wenn zwei Leute dann eines Tages in einem Raum stehen, und das alles hat nichts mehr mit ihnen zu tun… Ich muss dann an diesen Film denken, den ich neulich sah. Eine Frau geht auf ein Haus zu, und man hat den Eindruck, dass das Haus den Blick erwidert. So als hätten wir eine Ahnung, dass da jemand zurückguckt, der sich aber nicht zeigt. Und das ist das Entscheidende. Obwohl wir nicht hineingucken können, gibt es diese Tendenz, dass wir dahinter jemanden vermuten. Wir können den Blick […]

von |November 12th, 2015|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Von einem der auszog, weil er sich die Miete nicht mehr leisten konnte|

Schmitke

Schmitke beginnt mit nahezu skandinavischer Trockenheit, einer Komik, die sich aus dem Alltäglichen generiert. Schmitkes (Peter Kurth) Tätigkeit als Ingenieur für Windräder ist sehr bewusst gewählt, denn so wie seine Räder dreht sich auch Schmitkes Leben ewig weiter und kommt doch nie vom Fleck.

Aber dann durchbrechen plötzlich mehrere Ereignisse seine Routine. Hippie-Tochter Anne (Lana Cooper) kehrt von einer Erleuchtungsreise zurück und versucht (vergeblich) ihren Vater für die esoterische Wirkung von Steinen zu begeistern. Und dann wird Schmitke auch noch von seinem Labor in den Außendienst versetzt und muss sich mit seinem nervtötenden Kollegen Thomas (Johann Jürgens) auf eine Reise nach Tschechien begeben, um in einem verschlafenen Nest mitten in den Bergen ein altes Windrad zu reparieren.

Wenn Schmitke seine geordnete Welt verlässt, verändern sich auch Stimmung und Stil des Films. Die trockene Tragikomik macht einer wachsenden Bedrohung platz. Altrichter inszeniert den Wald sowohl als Sehnsuchtsort wie auch als diffuse Gefahr und zieht diese Aspekte motivisch durch seinen Film. Ist es zunächst noch die Radionachricht vom „Bären-Mann“, der in der Wildnis aufgegriffen wurde, und ein mysteriöses Gebüsch, das Schmitke auf seinem Heimweg regelmäßig aus dem Konzept bringt, sind es nun die mit Nebelschwaden überhangenen tschechischen Wälder, die seinen Helden auf unerklärliche Weise faszinieren.

Doch der Wald ist nicht das einzige Motiv des Films. Rotierende Apparaturen, Hirsche und vermutlich noch einiges mehr, das von mir unbemerkt blieb, tauchen immer wieder auf und verleihen Schmitke etwas (Alb)Traumhaftes. Erzählebenen verschieben sich und stellen die Zuschauer_innen vor ein Rätsel. Was ist Traum, was Wirklichkeit? Auch das tschechische Nest, in dem Schmitke und Thomas stranden, wirkt wie eine zeitlose Parallelwelt. Wie das kaputte Windrad, das einfach nicht stehen bleiben möchte, scheinen sich auch im Dorf die Tage auf mystische Weise endlos zu […]

von |November 6th, 2015|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Schmitke|

Spätromantisches Schwärmen

An Camille Saint-Saëns’ Orgelsymphonie gibt es viel zu bewundern: Extrem facettenreich ist dieses originelle Werk – einerseits duftig und zart, andererseits im Orgel-Finale feierlich brausend. Wie die Symphonie werden auch die anderen Werke dieser Konzerte mit Zubin Mehta von spätromantischem Schwärmen durchzogen: Franz Schmidts Zwischenspiel aus der Oper Notre Dame und Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert mit Gil Shaham als Solist.
Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta Dirigent
Gil Shaham Violine
Thierry Escaich Orgel
Franz Schmidt

Zwischenspiel aus der Oper Notre Dame
Erich Wolfgang Korngold

Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35

Gil Shaham Violine
Camille Saint-Saëns

Symphonie Nr. 3 c-Moll op. 78 »Orgelsymphonie«

Thierry Escaich Orgel

Kino im Kopf
Anmerkungen zu Werken von Franz Schmidt, Erich Wolfgang Korngold und Camille Saint-Saëns
Oper und Film – Franz Schmidts Oper Notre Dame

Der österreichische Komponist, Pianist, Cellist und Dirigent Franz Schmidt war im Wiener Musikleben des Fin de siècleeine durchaus prominente Figur. Sein Œuvre umfasst Klavier- und Orgelwerke, Kammermusik, vier Symphonien, konzertante Variationen für Klavier und Orchester und (als beeindruckendes Spätwerk) das 1937 vollendete Apokalypse-Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln.Die Leidenschaft für das Orchester hatte Schmidt, von 1896 bis 1911 als Cellist den Wiener Philharmoniker angehörte, schon früh entdeckt. Seine Erste Symphonie war 1899 mit dem Beethoven-Preis der Gesellschaft der Musikfreunde ausgezeichnet worden, und auch die Uraufführung des Zwischenspiels aus einer unvollendeten romantischen Oper am 6. Dezember 1903 fand reichlich Beifall – wobei der Titel eigentlich eine Irreführung war: Schmidt hatte mit der Arbeit an der »unvollendeten« Oper noch gar nicht richtig begonnen. Zwischen 1904 und 1906 entstand dann der Zweiakter Notre Dame, nach dem Roman Notre-Dame de Paris von Victor Hugo, der zuvor schon drei Mal auf die Opernbühne gebracht worden war. Bereits 1836 – fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Romans – hatte die Französin Louise Angélique Bertin ein Original-Libretto Hugos […]

von |September 24th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Spätromantisches Schwärmen|

Eröffnungskonzert Musikfest Berlin: Arnold Schönberg

Staatskapelle Berlin

Eröffnungskonzert

Arnold Schönberg [1874–1951]
Verklärte Nacht für Streichorchester op. 4 [1899/1917]

Arnold Schönberg
Fünf Orchesterstücke op. 16 [1909]

Arnold Schönberg
Variationen für Orchester op. 31 [1926–1928]

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
in Kooperation mit der Staatsoper Unter den Linden

Staatskapelle Berlin
Daniel Barenboim Leitung

„Es gelang ihm, all das, was vor ihm geschrieben wurde, zusammenzufassen – und doch zeigt er uns im gleichen Moment den Weg in die Zukunft.“ Mit diesen pointierten Worten benannte Daniel Barenboim die epochale Leistung des Komponisten Arnold Schönberg. Der leidenschaftliche wie charismatische Schönberg-Interpret deutete damit zugleich an, welcher Herausforderung sich jeder Musiker, der sich mit dem Komponisten beschäftigt, bis heute zu stellen hat: Nämlich der Herausforderung, in jedem Moment der Aufführung die Gegenpole in der musikalischen Persönlichkeit dieses janusköpfigen Künstlers auf gedanklich klare und zugleich sinnliche Weise in Verbindung zu bringen. Dass Schönberg zugleich Denker und Geschichtenerzähler, Bilderstürmer und Klangfarbenmaler, Nostalgiker und Visionär sein konnte, das ist in drei Schlüsselwerken aus seinen zentralen Schaffensphasen zu hören. In ihnen lässt sich unter anderem erleben, wie Schönberg das nächtliche Geständnis einer verschwiegenen Vaterschaft auf provozierende Weise romantisch schildert, die Farben eines Sommermorgens am See expressionistisch deutet und seinen endgültigen Aufbruch in die Moderne mit den Tönen B-A-C-H signiert.

Das Musikfest Berlin 2015 eröffnet damit sein diesjähriges Programm. In den darauffolgenden Konzerten tritt das Schaffen Arnold Schönbergs zusammen mit der Musik seines Zeitgenossen, dem Dänen Carl Nielsen, in einen Dialog mit den Werken Gustav Mahlers.

TAGESPIEGEL

Eröffnung Musikfest Berlin
Ewige Avantgarde
04.09.2015 Von Frederik Hanssen

Prekäre Liebesszenen: Daniel Barenboim und die Staatskapelle eröffnen das Musikfest Berlin mit Werken von Arnold Schönberg und erweisen sich als erhellende Erzähler mit bewundernswerter Konzentrationsfähigkeit.

„Ich weiß gar nicht, was immer für ein Gewese um diesen Schönberg gemacht wird“, wendet sich die elegant gekleidete Dame auf dem Weg zum Pausensekt […]

von |September 12th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Eröffnungskonzert Musikfest Berlin: Arnold Schönberg|

Mozart und Mahler

Berliner Philharmoniker

Gustavo Dudamel Dirigent

Wolfgang Amadeus Mozart Serenade Nr. 9 D-Dur KV 320 »Posthorn-Serenade«

Gustav Mahler Symphonie Nr. 1 D-Dur

 
Orchesterwerke von Wolfgang Amadeus Mozart und Gustav Mahler
»Im Anfang war das Wort«, so steht es in der Bibel geschrieben (Joh. 1, 1). Aber was war davor? Im Grunde genommen die Erschütterung, deren Maximum, Vulkanausbruch und Unwetter. Dieses Naturbeben transformierte der Mensch am Beginn seiner (biblischen) Geschichte zu einem Stück Kultur – in Gestalt eines Blasinstruments, das hebräisch שׁוֹפָר (schofar) heißt: Horn, vornehmlich Widderhorn. Zum einen ist das Horn also eines der ältesten Trinkgefäße, zum anderen stellt seine Nutzung als Schallverstärker, quasi als eine Vorform des Megafons, einen der frühesten Versuche dar, das Beben der Natur nicht nur zu erleiden, sondern es gleichsam in menschliche Regie zu überführen. Die Töne jener ersten Hörner müssen, so berichten es Historiker, die Menschen in der Nähe mit ähnlichem Schauder durchdrungen haben wie der Donner oder das Gebrüll von Tieren. Doch war der Mensch ja nun selbst Autor dieses Donners, dieses Gebrülls, und insofern eine archaische Antwort auf das Naturbeben: der klingende Gegenzauber – man denke nur an die Eroberung der Stadt Jericho durch die Kinder Israels: »Darauf erhob das Volk das Kriegsgeschrei und die Widderhörner wurden geblasen. Als das Volk den Hörnerschall hörte, brach es in lautes Kriegsgeschrei aus. Die Stadtmauer stürzte in sich zusammen, und das Volk stieg in die Stadt hinein, jeder an der nächstbesten Stelle.« (Josua 6, 20)

Klangkultur pur: Wolfgang Amadeus Mozarts Posthorn-Serenade KV 320
Im Laufe der Geschichte wurde auch die zivile Nutzung dieses wundervollen Instruments in Betracht gezogen. Das Horn diente als Mitteilungs- und Ankündigungsmittel. So kam im Grunde das Posthorn in die Welt, und dort blieb es so lange, bis – vorgeblich – verfeinerte Kommunikationsmittel ersonnen […]

von |Juni 11th, 2015|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Mozart und Mahler|

Fausts Verdammnis

»Fausts Verdammnis« mit Simon Rattle, Joyce DiDonato und Charles Castronovo

In »Fausts Verdammnis« geht es weniger um die philosophische Dimension des Stoffes als um Leidenschaft, Konflikte und eben die effektvolle Verdammnis des Protagonisten. Klangmagier Hector Berlioz schafft hier eine suggestive, imaginäre Oper, die in unserem Konzert von Simon Rattle und zwei prominenten amerikanischen Sängern interpretiert wird: Joyce DiDonato als Marguerite und Charles Castronovo als Faust. Als Mephisto ist Ludovic Tézier dabei.
Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle Dirigent
Charles Castronovo Tenor (Faust)
Joyce DiDonato Mezzosopran (Marguerite)
Ludovic Tézier Bass (Méphistophélès)
Florian Boesch Bass (Brander)
Rundfunkchor Berlin
Simon Halsey Einstudierung
Hector Berlioz

La Damnation de Faust, dramatische Legende op. 24

Für La Damnation de Faust schuf Hector Berlioz einen eigenen Text, der in shakespearescher Manier Leidenschaft und Groteske der handelnden Akteure in den Mittelpunkt rückt: »Ich hatte mich nicht dazu verpflichtet, Goethes Plan zu folgen […].« So erscheint in dem zwischen Oper und Chorsymphonie changierenden Werk Faust als byronscher Melancholiker, dem einzig die im Titel erwähnte Verdammung bleibt. Nicht an ihm sondern an Marguerite entzündete sich Berlioz’ kompositorische Fantasie, ebenso wie an den Genrebildern wie der Studentenszene, die musikalisch großen Raum einnimmt.

Dabei erweist sich die Partitur als wahre Fundgrube charakteristischer Instrumentalfarben, die Berlioz (der kurz zuvor seinen berühmten Grand Traité d’instrumentation et d’orchestration modernes fertig gestellt hatte) einmal mehr als brillanten Meister der Instrumentationskunst ausweisen – etwa, wenn die sonst vernachlässigten Bassregister der Bläser der Sphäre von Méphistophélès einen schaurig-düsteren Ton verleihen oder die Ballettnummern mit äußerst delikaten Holzbläsersätzen versehen werden. Daran, dass die von Sir Simon Rattle dirigierten Berliner Philharmoniker Berlioz’ Klangfarbenzauber brillant in Szene setzen werden, wird wohl niemand zweifeln. Neben der Mezzosopranistin Joyce DiDonato (Marguerite), die mit »unvergleichbarer, göttlicher Stimme« (The Times) und makelloser Technik von sich reden macht und 2012 ihr philharmonisches Debüt feierte, […]

von |April 10th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Fausts Verdammnis|

Cello Cinema

Im Programm ‚CelloCinema’ präsentieren Eckart Runge und Jacques Ammon Originalkompositionen und eigene Arrangements aus dem reichen Genre der Filmmusik. Dabei lassen die Künstler große Klassiker wie Chaplin, Morricone oder Hitchcock aufleben und geben auch faszinierende Einblicke in verborgene Winkel der Geschichte des Films. Unterstützt werden sie dabei von dem Pantomime-Duo Bodecker und Neander.
Im Kino sind es vor allem die Bilder, die die Geschichten erzählen, aber erst die Musik verleiht ihnen ihre jeweilige Stimmung und ihren besonderen Ausdruck. Ja, die Musik kann die Bilder sogar, lange nachdem sie verflogen sind, wieder vor unser Auge der Imagination zurück zaubern! So entführen Eckart Runge und Jacques Ammon das Publikum durch den kammermusikalisch-farbigen Dialog von Cello und Klavier in ein ‚Kino der inneren Leinwand’. Zugleich werden ungeahnte Bezüge der Musik zum Film und deren Geschichte dem Publikum näher gebracht, die inhaltlich durch die Moderation des Cellisten unterhaltsam vertieft werden.

von |März 19th, 2015|Konzert, Kultur|Kommentare deaktiviert für Cello Cinema|

La Rondine in der Deutschen Oper

Alfred Maria Willner, der Erfolgsautor des Wiener Carltheaters (DIE DOLLARPRINZESSIN, DER GRAF VON LUXEMBURG) hatte zusammen mit Heinz Reichert ein Libretto mit dem Titel DIE SCHWALBE verfasst, das sie Puccini zur Verfügung stellten. Puccini machte von Anfang an klar, dass er keine konventionelle Operette schreiben würde, gesprochene Dialoge schloss er aus, aber eine „lyrische Komödie“ etwa im Sinne des ROSENKAVALIER wolle er sich gern vornehmen. Die Grundstruktur einer Operette ist in dem von Giuseppe Adami bearbeiteten und ins Italienische übertragenen Libretto durchaus noch zu erkennen: drei Akte mit einem großen Durcheinander im Finale des 2. Aktes; zwei Sopran-Tenor-Paare, die gesellschaftlich ein „Oben“ und „Unten“ spiegeln. Auch die Verwendung von Tänzen, insbesondere des Walzers, ist für Puccini neu. Ganz anders aber ist der Schluss, der sich in kein Opern- oder Operettenschema einordnen lässt.

Die Hauptfigur Magda lebt im Haus des Bankiers Rambaldo, von dem sie sich aushalten lässt. Der Dichter Prunier, regelmäßiger Gast im Hause Rambaldo und enger Freund von Magdas Kammerzofe Lisette, entwirft das Bild einer Schwalbe (La Rondine = Die Schwalbe). Er prophezeit Magda, dass sie wie eine Schwalbe der Sonne und der Liebe entgegen fliegen wird. Ruggero, der Sohn eines Freundes von Rambaldo, der zum ersten Mal Paris besucht, wird von den Freunden Magdas in das Tanzlokal bei Bullier geführt. Magda tritt dort inkognito auf und verliebt sich in Ruggero. Rambaldo überrascht die beiden, gerade als sie sich ihre Liebe gestehen. Magda trennt sich offiziell von ihm und seinem Geld. Sie zieht mit Ruggero an die Riviera und lebt dort in Bescheidenheit und mit Gewissensbissen, weil sie ihrem Neuen nichts von ihrem Vorleben als Mätresse Rambaldos erzählt hat. Dieser wäre bereit zu verzeihen, wenn sie zu ihm zurückkehrte, das will sie aber ebenso […]

von |März 14th, 2015|Allgemein|Kommentare deaktiviert für La Rondine in der Deutschen Oper|

Horst Evers im Mehringhof Theater

Hinterher hat Man’s Meist Vorher Gewußt

Was immer warum, weshalb, wodurch und wann auch irgendwie, irgendwo passiert ist. Einige der Freunde von Horst Evers haben es stets schon lange vorher gewusst. Schon immer eigentlich. Egal, wie überraschend ein Ereignis auch eingetreten ist, der Kommentar der Freunde beschränkt sich in der Regel auf ein souveränes: „Das war doch klar.“ Ob NSA, Lebensmittelskandale oder auch wirklich erstaunliche und umfangreiche private Katastrophen. Die Freunde haben’s immer schon vorher gewusst. Das aber natürlich erst, nachdem es passiert ist.

Es gibt eigentlich nicht viel zu bereden über das neue Programm von Horst Evers. Er erzählt Geschichten. Liest, ruft, dröhnt, zischt und wummert sie heraus, dass es nur so eine Art hat. Die Leute lachen sehr, sehr viel, und selbst wenn er mit großer Freude ein Lied ganz ohne Musik singt, nimmt ihm das keiner krumm. Ganz im Gegenteil sogar. Es ist sehr viel drin in diesem Abend, wie immer verpackt in vielen kleinen, harmlos beginnenden Geschichten. Vor allem aber ist es ein grandioser Spaß. Für das Publikum, genauso wie für Horst Evers selbst.

Aber damit man das hinterher eigentlich auch meist schon vorher gewusst haben kann, muss man es natürlich erst mal gesehen haben. Ist echt eine richtig amtlich gute Sache, das.

von |März 11th, 2015|Kultur, Theater|Kommentare deaktiviert für Horst Evers im Mehringhof Theater|