Antichrist in der Deutschen Oper
Oper in zwei AktenDeutsche Übersetzung von Inger und Walther Methlagl, für die kritische Edition überarbeitet von Monika WesemannRevidierte Fassung, BVN 192 [1930]Szenische Uraufführung am 2. Mai 1999 am Tiroler Landestheater in InnsbruckPremiere an der Deutschen Oper Berlin am 30. Januar 2022
Prolog
Die Menschheit ist verkommen und vom Glauben abgefallen. Luzifer beschwört den Antichrist aus dem Abgrund herauf. Er verleiht ihm in Form verschiedener Allegorien eine irdische Existenz. Gottes Stimme duldet die Präsenz des Antichrist. Er soll sich zeitweilig den Menschen offenbaren.
1. Akt
1. Bild: Das Unwegsamkeitslicht
Die Rätselstimmung und ihr Echo beschwören die Unsicherheit und Verwirrung der Menschen. Die Dekadenz der vom Glauben abgefallenen Gesellschaft spiegelt sich in der Erwartung einer ungewissen Zukunft, die mit Freude, aber auch mit Angst erwartet wird.
2. Bild: Die Hoffart
Der Mund, der große Worte spricht, ruft zu einem größenwahnsinnigen Lebensstil auf, der von Oberflächlichkeit, Materialismus und Egozentrik gekennzeichnet ist.
3. Bild: Die Hoffnungslosigkeit
Der Missmut verbreitet Pessimismus und Bitterkeit. Für ihn gibt es nur Leid und Qualen. Das Leben ist vollkommen nutzlos geworden.
2. Akt
4. Bild: Die Begierde
Die gro.e Hure führt die ausartende aber auch genussreiche Lebenswirklichkeit vor. Das Tier in Scharlach stimmt als ihr Begleiter in die Lobpreisung des irdischen Genusslebens ein und propagiert, dass der Mensch nur noch seinen Trieben folgen solle, um sich selbst endgültig zu befreien.
5. Bild: Streit aller gegen alle
Es herrscht Anarchie. Die Hure und die Lüge streiten darüber, wer von ihnen seine Machtansprüche gegenüber der Welt und den Menschen geltend machen kann. Aus diesem Konflikt heraus erw.chst der Hass, der ungezügelt um sich greift. Die Sterne beginnen zu fallen – das Jüngste Gericht steht bevor.
6. Bild: Die Verdammnis
Luzifer schwingt sich dazu auf, Gott für tot zu erklären und beginnt, die Lebenden und die Toten zu richten. Gottes Stimme vernichtet […]
The Banshees of Inisherin
Colm, der Musiker, will von einem Tag auf den anderen nicht mehr mit seinem Freund sprechen: Bauer Pádraic. „Der Film handelt von einer Trennung. Die wahrhaftige, traurige Geschichte einer Trennung von zwei Freunden zu erzählen, war der Anfangspunkt“, sagt Regisseur Martin McDonagh. Die Insel Inisherin 1923. Colm kündigt die Freundschaft, aber Pádraic versteht die Botschaft nicht. „Jedes Mal, wenn du mich störst, von diesen Tag an, will ich diese Schere nehmen und einen meiner Finger abschneiden und werde dir diesen Finger geben, bis ich keinen Finger mehr übrig habe“, droht Colm. „Macht das die Dinge klarer für dich?“ – „Nein, nicht wirklich.“ „Es hat etwas Ehrenhaftes zu sagen: Ich werde diese furchtbare Sache machen, wenn du mich nicht in Ruhe lässt“, sagt Martin McDonagh. „Ich verstehe das. Es ist verrückt, aber ich habe auch Züge davon.“
Philharmonie. Korngold, Mozart und Norman.
Kirill Petrenko dirigiert
»Losgelöst von der Zeit« ist der Held in Kurt Vonneguts Roman Slaughterhouse-Five (Schlachthof 5): eine Formulierung, die den amerikanischen Komponisten Andrew Norman zu seinem hitzig-virtuosen Orchesterwerk Unstuck inspirierte. Von amerikanischer Färbung ist auch die monumentale Symphonie in Fis-Dur, die Erich Wolfgang Korngold im Exil in den USA schrieb, wobei seine europäischen Wurzeln hier immer erkennbar bleiben. Dazwischen hören wir in diesem Konzert mit Chefdirigent Kirill Petrenko unseren Ersten Konzertmeister Noah Bendix-Balgley mit Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert Nr. 1, einem Werk voller Brillanz und schlichter Innigkeit.
Schauspiel Kiel: STOLZ UND VORURTEIL
London um 1800. Zeit der pompösen Kleider, die auf ebenso pompösen Bällen getragen werden und das meist mit nur einem Ziel: Heiraten und zwar möglichst standesgemäß oder viel besser, noch über den eigenen Stand hinaus. Natürlich mit möglichst vielen zu erwartenden Reichtümern beim zukünftigen Bräutigam on top. Die ehrgeizige Mrs. Bennett hat gleich fünf Töchter, aber dabei das größte aller Probleme. Alle sind unverheiratet und müssen den Gepflogenheiten der Zeit folgend möglichst hurtig unter die Haube. Wenigstens eine von ihnen, denn das überaus patriarchale Erbschaftsrecht sieht vor, dass zumindest ein standesgemäßer Junggeselle gefunden werden muss, der den Familienbesitz für die nächste Generation sichert. Aber das ist aus verschiedenen Gründen gar nicht so einfach: die Erste zu anspruchsvoll, die Zweite zu aufsässig, die Dritte zu intellektuell. Und dann ist da noch Elisabeth, die scharfzüngigste aller Bennett-Schwestern, die eines auf keinen Fall will, dem ebenso eigenwilligen wie stinkreichen Mr. Darcy gefallen.
In der gefeierten Bühnenneufassung des weltberühmten Entwicklungsromans erzählen fünf Dienstmädchen die gesamte Handlung, modern und feministisch, voller Witz und Popappeal. Männer benötigen sie dafür nicht, lediglich messerscharfe Dialoge, pfeilschnelle Kostümwechsel und – last but not least – Live-Karaoke. Denn wenn die überbordenden Emotionen ein Ventil brauchen, helfen manchmal nur gefühlsberstende Popsongs von »You’re so vain« über »Lady in Red« bis zu »Young hearts run free«
HOT Potsdam. Jean-Paul Sartre: Die schmutzigen Hände.
Jean-Paul Sartres Stück „Die schmutzigen Hände“ ist wie ein Agententhriller gebaut. Ursprünglich war es für den Broadway geplant. In Potsdam entdeckt Regisseur Christoph Mehler nun die Groteske im Drama. Nehle Balkhausen hat die Bühne für die Inszenierung entworfen.
Sartres „Die schmutzigen Hände“ kommt als Agententhriller daher und trägt zugleich Züge einer Farce – Regisseur Christoph Mehler hat es auch als „Existenzialisten-Comic“ bezeichnet. Wie empfindest du das Stück?Nehle Balkhausen: Schon beim gemeinsamen Lesen des Textes haben wir gemerkt, dass es ein gewisses Tempo und eine starke Dynamik braucht, um einen reizvollen Umgang damit zu finden. Das hat bei mir unter anderem so eine tarantinohafte Fantasie ausgelöst. Uns schwebte eine starke Überzeichnung vor, die sich während des Probenprozesses bestätigt hat.
Wie hast du dich als Bühnenbildnerin diesem Stoff angenähert?Ich habe mich natürlich mit der Philosophie des Existenzialismus beschäftigt, aus der heraus Sartre das Stück geschrieben hat. Die Erkenntnis – oder vielleicht auch der Fluch – der eigenen Freiheit, die Verantwortung für das eigene Handeln, dieser Punkt, dass man im Grunde immer eine Wahl hat in den Entscheidungen, die man für sich trifft, macht ja erstmal etwas Großes auf: Alles ist möglich. Die Bühne verhält sich dazu wie eine Gegenbewegung: Es ist ein sehr geschlossener, drückender, fast klaustrophobischer Raum.
Wofür steht diese Bühne?Sie ist Machtraum und zugleich Hinterzimmer, dessen Dimension die Figuren wie unter eine Lupe nimmt. Sie sind ja die ganze Zeit in einer Art Kampf, mit sich selbst und ihrer Umwelt. Die Größe und Leere dieses Raumes stellt diesen Kampf aus. Durch die Verwendung riesiger Mengen von Folie, die den gesamten Raum von innen bedeckt, ist die philosophische Frage nach der Essenz der Dinge und dem, was dahinter liegt, auch haptisch gestellt.
Das Stück ist in den späten vierziger […]








